Zweitwohnsitz, fahrbar.

Seit Freitag sind wir Wohnwagenbesitzer. Wer sich öfter mal ausführlicher mit uns unterhält, der weiß, dass das Wohnwagenthema schon lange im Gespräch ist. Wir wollten ursprünglich mal einen kaufen, um damit in den zwei Monaten Vaterkarenz Deutschland zu bereisen. Ist aber dann nicht passiert. Inzwischen war das Wohnwagenthema dann auch mal Wohnmobilthema, Campingbusthema, kein Thema mehr und dann noch VW-Bus-Thema bevor es zum Schluss wieder Wohnwagenthema wurde. Wahrscheinlich habe ich insgesamt mehrere Tage auf Willhaben verbracht, aber das hat jetzt ein Ende… jetzt verbringe ich nämlich wieder meine ganze Freizeit auf Pinterest…haha.

In den langen Überlegungsphasen war unsere Hauptfrage, ob uns diese Art zu reisen eigentlich gefällt. Meine Familie hat wie ich klein war gern Campingurlaub in Italien und Kroatien gemacht – zuerst mit einem Hauszelt, später mit einem kleinen, geborgten Wohnwagen. Die Campingerfahrungen meines Mannes würde ich eher als “festivalmäßig” beschreiben. Gemeinsam haben wir auch mal einen Campingurlaub in einem Minikuppelzelt verbracht. Auf diesem Erfahrungsschatz basierend haben wir versucht herauszufinden was jetzt für uns als Familie passen könnte. Bei jeder Variante hat es natürlich Argumente gegeben, die dafür oder dagegen sprechen.

Nun ist es ein Caravelair Brasilia 330, Baujahr 1992 geworden. Ohne Waschraum/Nasszelle. Soweit unser ungeübter Blick erkennen konnte, ist er für sein Alter wohl in einem ganz guten Zustand. Der Preis war wahrscheinlich kein Schnäppchen, aber weiß der Himmel, was für ein Gebrauchtfahrzeug überhaupt angemessen ist. Folgende Überlegungen haben uns jetzt auf diese Option gebracht:

Wohnwagen
Schlussendlich haben wir uns für einen Wohnwagen entschieden, weil sowohl die Anschaffungs- als auch die Instandhaltungskosten viel geringer sind als bei einem motorisierten Fahrzeug. Das zahlt sich einfach mehr aus, wenn wir ihn nur ein paar Mal im Jahr nutzen. Gerade bei Urlaub mit Kind gefällt mir die Idee auch besser, seine Homebase “fix” irgendwo aufzuschlagen und das Auto für Ausflüge in die Umgebung bereit zu haben, ohne jedesmal eine Umbauaktion zu starten (es geht sicher, aber die Typen sind wir denke ich nicht).

Klein, aber fein
Dieser Wohnwagen ist ziemlich klein und auch leicht. Das passt gut, weil unser Auto nicht übermäßig stark motorisiert ist, und wir eigentlich nicht vorhätten sobald ein anderes zu kaufen. Weiters sind wir jetzt beide nicht die passionierten Autofahrer, die mit geschlossenen Augen und Anhänger dran auf der linken Straßenseite parallel einparken können. Man setzt sich realistische Ziele 😉

Im Zusammenhang mit der Kleinheit des Anhängers haben wir auch auf die Nasszelle verzichtet. Da wir sowieso vorhaben auf Campingplätzen zu stehen werden wir die Sanitäranlagen vor Ort nutzen. Und für alle anderen Fälle gibts Katzenwäsche und ein Notfallklo.

Ausstattung in Ordnung, aber…
Wir haben uns ein Gefährt gesucht, dass keine groben baulichen Mängel hat (zumindest wissen wir noch nichts davon). Auch die Einrichtung ist in Ordnung, aber halt nicht gerade auf dem neuesten Stand der Mode. Und das ist mit Absicht so, denn es soll zu 50% ein Urlaubsfahrzeug sein und zu 50% einfach ein DIY-Projekt. Ich liebe die ganzen Makeovers, die einem so auf einschlägigen Seiten begegnen und für mich wäre es überhaupt nicht gegangen, einfach einen Wohnwagen zu kaufen, der von sich aus schön ist (oder so Retro, dass man gar nichts ändern möchte).

Meine Mutter hat bei dem Gedanken schon die Augen verdreht. Sie versteht nicht, warum man sich zusätzliche Arbeit kauft. Vor allem, weil man auch alles so benützen könnte, wie es ist. Viele andere sehen das sicher genauso, aber ich bin so positiv aufgeregt bei dem Gedanken, dass ich nachts fast nicht einschlafen kann, weil mir so viele Ideen durch den Kopf gehen. Es wird super! Die Frage ist nur, wann ich mit der Farbschlacht beginnen kann, denn die Jahreszeit ist ja grad nicht so passend um draußen zu streichen und das wird sich (voraussichtlich) auch nicht so schnell ändern. Aber es gibt ja auch noch andere Dinge zu erledigen. Es wird bestimmt noch mehr Wohnwagen-Posts geben, dessen könnt ihr euch gewiss sein. Mehr Anschauungsmaterial folgt, wenn ich mal ordentliche “Vorher”-Fotos gemacht habe.


W(ohnwagen)-Log

Freitag, 7.10.16
Der Kaufvertrag ist unterzeichnet – wir sind Wohnwagenbesitzer! Haben ihn von Hellmondsödt nach Hause gezogen. Verbleibendes Zubehör in der Küche inspiziert. Wohl nicht viel, das wir behalten werden, aber Wasserkocher, Minibackofen und eine nette Emaille-Schüssel übernehme ich gerne.

Samstag, 8.10.16
Tausend Ideen zur Umgestaltung, aber ein favorisiertes Farbschema habe ich (überraschenderweise) bereits gefunden. Giedrius sucht nach Möglichkeiten zur wasserfesten Abdeckung.

Sonntag, 9.10.16
Teestündchen im Wohnwagen zur Inspiration vor Ort. Giedrius und ich sind uns im Groben einig, was wie gemacht wird. Gute Voraussetzungen! 😉

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2 thoughts on “Zweitwohnsitz, fahrbar.

    1. Wir haben noch gar keine Reise geplant, aber vielleicht nach Litauen. Oder wir machen wirklich mal unsere Deutschland-Rundreise… kann aber auch noch ganz was anderes werden 😀

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