Wollweiche Winterpolster

Es ist schon wieder November und der Herbst ist schon wieder fast vorbei. Wenn man der Werbung glaubt, dann ist Weihnachten quasi eh schon morgen und wie auch sonst das ganze Jahr über läuft mir die Zeit nur so davon. Weil ich über keinen Weihnachtsstress klagen mag, versuche ich mir schon frühzeitig Geschenke zu überlegen und dieses Jahr will ich auch mit dem Dekorieren mal nicht bis fünf vor zwölf warten. So sind – tadaaa – zur Jahreszeit passende Polster entstanden.

Das Material dazu lag schon einige Jahre (wie schlimm ist das denn!?) bei mir im Schrank mit den Nähsachen. Aber wenn’s draußen warm war hatte ich keine Lust Polsterüberzüge mit Winterfeeling zu nähen und wenn es draußen kalt war, war es dann meistens schon wieder zu spät. Die Rohlinge für dieses Projekt waren ein grauer Pullover, den ich mal ausrangiert habe, weil er mir beim Bauch zu kurz war und eine cremefarbene Weste, Erbstück meiner Oma. Sie war mir immer schon zu klein, dass ich sie hätte tragen können, aber das Muster hat mir so gut gefallen, dass einfach eine Art von Erinnerungsstück daraus entstehen musste.

Pullover und Weste vor dem Zerschneiden
Pullover und Weste vor dem Zerschneiden

Genau heute ist der fünfte Sterbetag meiner Oma – also könnt ihr euch ungefähr ausrechnen, wie lange diese Weste schon in meinem Besitz ist. Und dabei waren die zwei Polster eh so schnell genäht, dass ich mich frage auf was ich gewartet habe. Zumindest habe ich inzwischen eine Couch, deren Bezug nicht die ganze Farbstimmung killt. (Auf irgendwas muss ich ja gewartet haben…)

Neue Polster

Ich hab die beiden Kleidungsstücke direkt unter der Ärmelnaht einmal gerade abgeschnitten. Die Breite hab ich einfach so gelassen wie sie war. Daraus sind Abmessungen von ca. 30 x 40cm entstanden. Bei der Weste war alles weitere einfach. Da habe ich nur unten und oben zugenäht, weil die Knopfleiste automatisch auch den Verschluss ergibt, durch den man die Füllung rein- und rausbringt.

Detail

Beim Pullover hab ich unten den schmalen Bund einfach eingeschlagen und an den Seiten ein paar Zentimeter zugenäht. An der verbleibenden Öffnung hab ich drei Druckknöpfe installiert. Diese aufzunähen war der größte Aufwand an dem ganzen Projekt.

Druckknöpfe als Verschluss

Beim Nähen hab ich übrigens Schrägband benutzt, weil ich mir erhofft hatte, dass ich durch das unelastische Band vermeiden kann, dass sich das Gestrickte in die Breite zieht und recht wellig wird dadurch. Das hat so mittelprima geklappt, wie man im Bild an der Ecke unten sieht. Wenn jemand da einen ultimativen Tipp hat, wie man das Gewelle vermeiden kann, nur her damit! Vielleicht will ich ja in fünf Jahren wiedermal sowas nähen!

Detail

Ich hab anlässlich dieses Posts extra nochmal im Duden nachgeschaut, was der Plural von „Polster“ ist. Der hat mich dann aufgeklärt, dass der Polster in ordentlichem Hochdeutsch „Kissen“ heißt und dass nur die Österreicher Polster dazu sagen. „Polster“ kann „der Polster“, genauso wie „das Polster“ sein – interessant. Ich dachte, dass ist mehr so eine inoffizielle Dialektsache, welchen Artikel man verwendet. Bei mir ist er auf alle Fälle männlich, der Polster. Die österreichische Mehrzahl, nach der ich ja eigentlich gesucht hatte, ist übrigens „Pölster“. Das hatte ich befürchtet. Pölster wäre also zwar richtig, aber klingt mir irgendwie zu schwülstig. Deswegen habe ich mich bewusst dazu entschieden die „Boistan“ orthografisch inkorrekt als „die Polster“ zu betiteln. Nur damit ihr Bescheid wisst.

About

One comment

  1. „Boistan“?! You must be kidding 😀 Niemand hätte verstanden 🙂
    Wenn ich jetzt nach meinen kurzem Schlafal aufstehe und einen Knopfabdruck auf meinen Gesicht habe – alle wissen wovon es kommt 😀

Kommentare