Teneriffa mit einem Einjährigen – Ein kleiner Reiseführer

Wenn das Wetter wärmetechnisch wiedermal ziemlich auslässt, so wie es zur Zeit der Fall ist, dann schwelge ich gerne in Urlaubserinnerungen. Letztes Jahr haben wir unseren ersten größeren Familienurlaub zu Dritt gemacht. Gut ein Jahr ist es her, dass wir zwei Wochen lang Teneriffa unsicher machten. Ich finde nach wie vor, dass es ein gut gewähltes Reiseziel war mit so einem Knirps. Ich möchte hier meine Eindrücke teilen und vielleicht für den einen oder anderen einen wissenswerten Hinweis zum Reisen mit einem Zwerg geben. Seid gewarnt: Es ist ein ausführlicher (=langer) Post mit vielen Bildern!

Anreise und Gepäck

Wir sind ab München mit Norwegian nach Teneriffa Süd (Reina Sofia) geflogen. Für uns ist München einer der nächstgelegenen großen Flughäfen und von dort war es am günstigsten zu fliegen – finanziell und von der Flugzeit her. Wir sind mit dem Auto gefahren und haben dann das Park- und Shuttleservice genutzt. Das hat super funktioniert, auch in Hinblick auf einen geeigneten Kindersitz, auf den nicht vergessen wurde.

Wir sind mit so wenig Gepäck wie für uns möglich geflogen, was ich wirklich nur empfehlen kann. Bei uns hieß das: ein ziemlich großer Koffer, ein Handgepäckskoffer, zwei Rucksäcke und ein Buggy. Und ich hätte wirklich nicht mehr mitnehmen wollen, weil mit Kind könnte man sowieso immer fünf Arme besitzen und gerade wenn man durch den Security Check muss oder so ist es wirklich eine Erleichterung wenig(er) mitzuhaben. Ich habe neben dem Buggy auch immer gerne eine Trage am Flughafen mit. In München mussten nämlich zum Beispiel alle Buggys am Großgepäcksschalter abgegeben werden, da war es praktisch gleich „umsteigen“ zu können.

Im Flugzeug haben wir für den Junior keinen eigenen Sitzplatz gebucht, aber sowohl auf den Hin- als auch auf dem Rückflug das Glück gehabt einen dritten Sitz gratis zugewiesen zu bekommen. Das machte die gut fünf Stunden Flugzeit doch um einiges bequemer. Mit einem Einjährigen kann man sich bestimmt entspanntere Aktivitäten vorstellen als fünf Stunden im Flieger zu sitzen und ihn zu bespaßen, aber es war gut aushaltbar. Weil es ja so aufregend ist, hat unser Kind in der Zeit kaum ein Auge zugemacht. Neben den mitgebrachten Spielsachen haben wir auch vom Angebot an Bord Gebrauch gemacht: Leere Plastikbecher und Kaffeeumrührstäbchen, sowie kommunikationsfreudige Sitznachbarn gehörten zu den Unterhaltungsfavoriten.

Mietauto & Verkehr

Unser gemieteter Opel Corsa.

In Teneriffa angekommen haben wir unser Mietauto abgeholt, das wir schon vorab bei Cicar bestellt hatten. Die Abholung war okay, aber schon etwas leidig. Zuerst konnten wir das Auto nicht gleich finden bzw. auch keinen Mitarbeiter, der uns dabei geholfen hätte. Auch das Personal im Büro war mangels Fremdsprachenkenntnissen nicht wahnsinnig hilfreich. Schlussendlich tauchte aber jemand auf, der dann auch noch geholfen hat den Bordcomputer von Spanisch auf Englisch zu umzustellen. Blöd fanden wir auch, dass im Tank nur abgezählte drei Tropfen Benzin drinnen waren. Wie sich herausstellte fährt man beim Ausfahren aus dem Flughafengelände direkt an einer Tankstelle vorbei, aber das muss man natürlich wissen, um nicht gleich leichten innerlichen Stress zu bekommen.

Das Auto – ein Opel Corsa Fünftürer – war in Ordnung was Sauberkeit und Wartung anging. Wer mehr Gepäck mitnimmt als oben beschrieben und es einigermaßen kompakt und sicher verstauen will, dem würde ich aber eine größere Wagenklasse empfehlen. Der bestellte Kindersitz war zwar sauber, aber naja… zuhause würde ich ihn nicht benutzen, auch wenn ich ihn geschenkt bekäme.

Das eingebaute Navi war nicht immer hilfreich. Teilweise waren die Adressen nicht auffindbar oder nur unter anderen Schreibweisen. Auf den größeren Straßen, sowie auf den Bergen war das weniger ein Problem. Dort ist alles gut ausgeschildert und man hat recht wenig Möglichkeit sich überhaupt zu verfahren, was an der Topografie der Insel liegt. Innerstädtisch war das Navi aber doch ganz hilfreich, weil wir keine so detaillierte Straßenkarten mithatten. Der Verkehr auf Teneriffa ist ziemlich entspannt, also auch für eventuelle Wenigfahrer keine große Herausforderung.

Aufenthaltsorte und Unterkünfte

Da wir einen relativ relaxten Urlaub geplant hatten was das Sightseeing angeht, haben wir beschlossen uns auf den Norden der Insel zu konzentrieren. Dort schien es uns am Interessentesten zu sein, weil es (angeblich, wir habens ja nicht gesehen) viel grüner/schöner sein soll als im Süden und auch weniger touristisch. Die großen Hotelanlagen liegen nämlich fast alle auf der südwestlichen Inselseite.

Blick auf San Andrés und den Playa de las Teresitas (zum Vergrößern klicken).

Als Unterkunft haben wir uns zwei Airbnb-Apartments gecheckt. Das erste aufgrund einer persönlichen Empfehlung im Örtchen San Andrés. Dort liegt der berühmte Saharasandstrand Playa de las Teresitas, der sich zum Baden mit Kindern toll eignet, weil es sehr flach ist und es durch den Wellenbrecher keine Wellen gibt. Der Strand ist grundsätzlich sauber, jedoch muss man die Kleinsten schon genau im Auge behalten, da die auch gerne mal kleinteiliges wie Zigarettenstummel aus dem Sand fischen. Von San Andrés aus kann man auch gut nach Santa Cruz de Tenerife fahren. Den Bus zu nehmen ist trotz Mietauto empfehlenswert, weil es unmöglich ist einen Parkplatz zu finden, außer in einem teuren Parkhaus.

Das gemietete Apartment war durchaus recht kinderfreundlich eingerichtet. Babybett, Hochstuhl, Badesitz für die Dusche, etwas Sandspielzeug und auch ein Sonnenschirm standen bereit und Gastgeberin Elena hat gerne und ausführlich Tipps gegeben. Genaueres könnt ihr auch in der Bewertung auf Airbnb lesen, die mein Mann geschrieben hat (schaut bei: Giedrius, May 2016).

Chillen am Abend.

Das zweite Apartment war in Puerto de la Cruz und auch damit waren waren wir sehr zufrieden. Der Parkplatz war gleich nebenan, obwohl man in der Stadt drinnen ist und auch zum Strand, dem Playa Jardín,  waren es lediglich ein paar Schritte. Da das Wetter nicht so danach war sind wir in Puerto zwar am Strand gewesen, aber nie schwimmen gegangen. Wir haben dafür aber öfter das Whirlpool und Hallenbad im Apartmentkomplex genutzt. Die Wohnung war auch sehr sauber und stilvoll eingerichtet, wobei wir für die Zeit unseres Aufenthaltes aber einiges an Deko wegräumen mussten – zum Schutz unseres Kindes und der Deko selbst. Besonders gefallen hat uns, dass wir mit einem Kuchen begrüßt wurden, und die Küche war bemerkenswert vielfältig ausgestattet, u.a. mit Mikrowelle, Toaster und sogar Pürierstab. Mehr könnt ihr auch hier wieder in der Bewertung meines Mannes nachlesen (schaut bei: Giedrius, Mayo de 2016).

Für alle, die zum ersten Mal mit ihrem Baby verreisen und ein Apartment buchen, empfehle ich bei der Auswahl auch auf die Verteilung der Räume zu achten. Es ist sehr viel entspannender ein abgetrenntes Schlafzimmer zu haben (also keines, das mit dem Wohnraum direkt verbunden ist). So kann man das Kind ins Bett legen und muss dann nicht den Rest des Abends in Dunkelheit auf Zehenspitzen durch die Wohnung schleichen. Ein Balkon, der nicht (nur) über das Schlafzimmer zugänglich ist, ist auch sehr nett, um die Zeit während des Tages- und Nachtschlafs nicht drinnen verbringen zu müssen.

Reisezeit und Wetter

Wir waren Mitte Mai in Teneriffa und hatten offensichtlich Pech mit dem Wetter. Der Reiseführer hat für diese Reisezeit durchschnittliche Tagestemperaturen von 24 Grad versprochen mit 10 Sonnenstunden und 1 Tag Niederschlag pro Monat. Da war die Abweichung zur Realität doch ziemlich groß. An den meisten Tagen war es bewölkt und an einigen Tagen hat es auch geregnet (aber meist kurz und moderat). Es war zwar warm, aber solange die Sonne durch die Wolken verdeckt war, auch nicht wirklich heiß. In einer luftigen langen Hose hat man es gut ausgehalten und wenn ich’s gewusst hätte, wie es wird, hätte ich gern mehr Langärmliges dabeigehabt. Das bewölkte Wetter hatte aber auch seine Vorteile – so mussten wir es nicht akribisch genau nehmen mit dem Eincremen und bei unseren Ausflügen auch nicht soviel schwitzen.

Supermarkt und (Baby-)Essen

Ein wenig spannendes, aber gerade mit Kindern doch recht wichtiges Thema, ist die Nahrungsbeschaffung. Wir versorgen uns im Urlaub mit Apartment gerne selbst, weil wir es praktisch finden und gehen ab und zu mal essen wenn uns der Sinn danach steht. Unser Junior hat mit einem Jahr grundsätzlich schon ein wenig beim „normalen“ Essen mitgegessen, aber die große Freude daran hatte er noch nicht entdeckt. Ich hatte gehofft hier mit Gläschennahrung gut zu fahren (Sohnemann hat mein liebevoll selbstgekochtes Breiessen immer verschmäht), aber das war schwieriger als gedacht. Gläschenbrei scheint auf Teneriffa nicht besonders populär zu sein. Die Auswahl an Geschmacksrichtungen war auch in größeren Supermärkten sehr klein und es gab auch nur die Supergatschkonsistenz zur Auswahl. Also nichts mit kleinen Stückchen drinnen oder so, wie sie ein Einjähriger halt schon essen könnte. Auch bei den Flascherlpulvern muss man flexibel sein. Pre-Nahrung hab ich bis jetzt im Ausland noch nie entdeckt, deshalb hat’s die 1er tun müssen. Dem Sohnemann hat das alles gar nicht gestört und er ist auch mit viel Brot, Gurke und Früchten ernährt gut gelaunt und genährt wieder nach Hause gekommen.

Im Supermarkt darf man sich von Obst und Gemüse nicht allzuviel erwarten. Besser man geht dafür zu einem Obstgeschäft/-markt. Die Qualität der angebotenen Waren fand ich persönlich nicht berauschend, was mir von einem Einheimischen bestätigt wurde. Das meiste kommt anscheinend auch von Festland Spanien. Sowas wie Bio hab ich übrigens nie ausgeschildert gesehen (hab aber auch nicht explizit danach gesucht).

Gut zu wissen ist auch, dass am Sonntag nicht viele Geschäfte offen haben. In San Andrés gab’s unseres Wissens nur einen Laden, der Sonntagvormittag offen hatte, in dem man Brot und Basics einkaufen konnte. Notfalls kann man Wasser in Flaschen auch direkt in kleinen Lokalen kaufen, die einen Getränkekühlschrank haben (das Leitungswasser eignet sich nicht zum Trinken). Restaurants auf Teneriffa sind übrigens sehr kinderfreundlich. Auch in kleineren Lokalen waren meist sogar mehrere Hochstühle vorhanden.

Sehenswürdigkeiten

Wenn ich einen Reiseführer lese, hört sich in meinen Ohren immer alles ganz wundervoll und bombastisch an. Oft bin ich dann ein wenig ernüchtert, wie klein oder unscheinbar so ein Ort in Wirklichkeit ist. Wenn es euch genauso geht, dann stellt euch mal darauf ein, dass die Sehenswürdigkeiten in (Nord-)Teneriffa nicht so exorbitant sind. Man darf auch nicht vergessen, dass die Insel recht klein ist. Mit dem Auto könnte man die wichtigsten Punkte auch in einem Tag abfahren, wenn man nicht darauf aus ist viel Zeit dort zu verbringen. Die kurzen Fahrtstrecken und – nennen wir es mal – übersichtlichen Sehenswürdigkeiten machen Teneriffa aber in meinen Augen perfekt für den Urlaub mit den Kleinsten. Es ist nicht schlimm, wenn man sich erst viel später als geplant auf den Weg macht oder überhaupt erst zu Mittag beschließt etwas anzusehen. Wir haben meist Orte besucht, die einem Radius von maximal 45 Minuten Fahrzeit lagen. Das ist auch für Kleinkinder gut zu ertragen; außer sie hassen Autofahren.

Auf unseren Erkundungstouren stand uns der Marco Polo Reiseführer für Teneriffa zur Seite. Ich mag die Marco Polo-Führer ganz gern, denn sie geben einen schnellen Überblick, ohne einen mit Informationen zu erschlagen und haben eine Faltkarte und einen Reiseatlas dabei. Ob die Insider-Tipps wirklich so Insider sind wage ich zu bezweifeln und auch bei den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen würde ich sicherheitshalber nochmal online nachsehen vor dem Wegfahren. Bei Sehenswürdigkeiten, die mich näher interessieren und bei denen mir der kurze Beschreibungstext nicht reicht, frage ich auch gern Dr. Google.

Santa Cruz de Tenerife

Wie schon erwähnt haben wir von San Andrés aus den Linienbus nach Santa Cruz de Tenerife genommen. Wir sind am Plaza de España ausgestiegen und haben von dort aus zu Fuß mit Buggy eine große Runde durch die Stadt gemacht. Besonders gefallen hat uns der Parque Municipal García Sanabria. Das ist ein schön angelegter Park, mit vielen Brunnen, Bänkchen und Pflanzen aus aller Welt, der zum Verweilen einlädt. Imposant anzusehen ist natürlich auch das Auditorio de Tenerife – das Konzerthaus, das ein bisschen an das Sydney Opera House erinnert. Die Bushaltestelle für die Rückfahrt, war etwas tricky zu finden, weil sie viel weiter oben in der Straße war als die dazugehörige Ausstiegshaltestelle.

An einem Sonntag sind auch wir zufällig in Santa Cruz vorbeigekommen wie Flohmarkt war. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, in welcher Straße das war, aber in der Nähe vom Plaza de España und nicht zu übersehen. Wir haben sogar eine Art Parkplatz (keinen ganz offiziellen) in der Nähe des Auditorios gefunden und haben dann ein paar coole Souvenirs geshoppt, wie meinen coolen Lipton-Schlüsselanhänger.

Anagagebirge

Direkt hinter San Andrés erhebt sich das Anagagebirge. Auf einer darmwindungsartigen Kurvenstraße, der TF12, die meines Erachtens an sich schon sehenswert ist, geht’s hinauf. Hier ist das Klima übrigens gleich ein bisschen frischer als unten am Strand, also lieber noch was zum Anziehen mitnehmen! An der TF12 liegen auch einige Aussichtspunkte, die Miradores, wie zB der Mirador Pico del Inglés von dem man eine herrliche Rundumsicht hat.

Mercedeswald

Bei der Fahrt auf’s Anagagebirge bietet sich eine kleine Wanderung im Mercedeswald geradezu an. Mit seinen riesigen, knorrigen Lorbeerbäumen wirkt der „Bosque de las Mercedes“ gar ein wenig märchenhaft. Das Grün war in Wirklichkeit noch viel leuchtender als auf den Fotos zu sehen. In Cruz del Carmen gibt es einen schönen Rundwanderweg mit 1,8 Kilometern, den man in einer guten Stunde gehen kann. Mit Kindern perfekt, wenn auch abschnittsweise nicht kinderwagengeeignet. Der Weg ist ziemlich einfach, aber ich empfehle zumindest Trekkingsandalen anzuziehen, weil manche Abschnitte ein wenig Steigung haben und es dort auch ein wenig feucht und rutschig sein kann. Mit meiner kurzen Hose war ich übrigens auch ziemlich optimistisch… Stärken kann man sich im Restaurant direkt beim Besucherzentrum. Dort gab es ein günstiges und leckeres Menü aus einheimischen Speisen.

Taganana und Benijo

Wenn man von San Andrés aus das Anagagebirge in nördliche Richtung überquert erreicht man das Örtchen Taganana in dem man zB in einem Restaurant mit Meerblick Fisch essen kann. Wo wir eingekehrt sind konnte man zwar nur Spanisch, aber die Verständigung klappte mittels Fischabbildungen an der Wand trotzdem.

Wer noch ein wenig weiterfährt erreicht schließlich den Playa de Benijo. Das Restaurant El Mirador wirkt schon etwas baufällig, aber dort kann man nach dem Mittagessen in Taganana noch mit tollem Ausblick Kaffee trinken (oder auch dort essen). Über eine Stiege geht es runter zum Strand.

Punta del Hidalgo

An der nördlichen Küste Teneriffas liegen die Ort Bajamar und Punta del Hidalgo. In letzterem kann man schön die Promenade entlang spazieren bis man zum von weiten schon sichtbaren und sehr modernem Leuchtturm kommt. Es gibt in Punta del Hidalgo nicht so wirklich einen Strand zum Liegen. Die Felsen sind sehr zerklüftet und dazwischen gibt’s auch immer wieder interessante Wasserbecken. Man kann dort natürlich baden, aber mit recht kleinen Kindern bietet es sich viel mehr an das kostenlose, meerwassergespeiste Schwimmbecken zu benutzen. Ich habe leider kein sehr aussagekräftiges Bild davon gemacht, aber auf dem dritten Foto kann man es etwas sehen. Besonders groß ist das Becken nicht, aber im Mai waren allgemein wenig Touristen unterwegs, sodass wir auch genug Platz am Beckenrand hatten, wo man sich auf Bänken niederlassen kann.

Pyramiden von Güímar

Die Pyramiden von Güímar und der dazugehörige etnografische Park haben uns gelehrt, dass Geschmäcker bei Sehenswürdigkeiten halt doch sehr verschieden sind. Eine Bekannte hat uns von dieser Attraktion abgeraten, weil sie selber dort war und es ziemlich uninteressant fand. Wir sind trotzdem hingefahren – und waren begeistert. In der Ausstellung erfährt man einiges über Pyramiden weltweit, sowie über Thor Heyerdahl. Im Park, also der Außenroute sozusagen, gibt es Infos über Pflanzen, Kultur, Exportwegen, Vulkanen, usw. Auf diese Weise erfährt man auch einiges über Teneriffa ohne im Reiseführer lesen zu müssen. Es gibt überall Schautafeln, mit nicht allzu langen, aber dennoch informativen Texten in Spanisch, Englisch und Deutsch. Man kann zum Basispaket auch noch Extrarouten buchen, je nachdem wieviel Zeit und Aufmerksamkeit man zur Verfügung hat. Uns hat das Grundangebot gereicht, obwohl ich den Giftgarten auch noch sehr interessant gefunden hätte. Vorab kann man sich auf der ausführlichen Website informieren. An das Museum angeschlossen sind übrigens auch ein Shop und ein Restaurant.

Cumbre Dorsal mit Blick auf den Teide

Wenn man vom Nordosten nach Puerto de la Cruz fährt, so wie wir es bei unserem Unterkunftswechsel getan haben, dann kann man entweder an der Küste entlang über die Schnellstraße fahren oder man nimmt den Weg über die Berge – den Cumbre Dorsal. Auf diesem Rückgrat fährt man durch den Esperanzawald, in dem es durchaus sehr nebelig sein kann, immer höher Richtung Teide, dem höchsten Berg Teneriffas bzw. ganz Spaniens. Der Weg ist gespickt mit Aussichtspunkten von denen man bei passendem Wetter bis zu den anderen Kanareninseln sehen kann. Pittoresk ist natürlich auch der Blick auf den Teide. Dieser Ausblick kann übrigens von der einen auf die andere Minute durch Wolken verdeckt sein. Abzuwarten kann sich daher lohnen – die Sichtbedingungen ändern sich so schnell!

Puerto de la Cruz

In Puerto de la Cruz ist touristisch schon einiges los, verglichen zu den anderen angesprochenen Orten. Es gibt mehrere Sandstrände an denen man baden kann und auch eine Art Freibad, das wir aber nicht ausprobiert haben. In der Stadt gibt es viele Kunstwerke zu entdecken, wie Statuen, Brunnen oder Wandmalereien, was mir persönlich sehr gefallen hat.

Unser Ausflug zum vielgelobten Parque Taoro ist zu einer kleinen Tortur geworden. Wir wollten zuerst rauf auf das Plateau, um dann von oben nach unten zu gehen, aber wir konnten lange den Eingang nicht finden (Karte hatten wir keine geeignete). Nach ewigem Herumirren und Fragen von mindestens zehn Passanten haben wir dann endlich hingefunden und waren von diesen Garten-/Parkanlagen ziemlich enttäuscht. Von der Beschreibung her hätte ich wirklich mehr erwartet. (Man kann dort soweit ich mich erinnere übrigens nicht mit dem Kinderwagen fahren, weil unten Stiegen sind).

Viel besser hat uns der Jardín Botánico (auch: Jardín de aclimatación de La Orotava) gefallen – und nicht nur weil wir zufällig den Tag der offenen Tür erwischt haben und der Eintritt frei war. Der ist auch so mit drei Euro sehr moderat.

Garachico

Wenn man von Puerto de la Cruz Richtung Westen fährt, dann kommt man an Garachico vorbei. Ein schöner Ort, in dem unter anderem die wilde Küste über schmale Stege begehbar ist. Auch optisch-historisch gibt das Städtchen einiges her.

Icod de los Vinos

In Icod des los Vinos steht der Drago Milenario, der wahrscheinlich älteste Drachenbaum der Welt und ein Wahrzeichen Teneriffas. Extra anreisen würde ich jetzt nicht, nur um den Baum zu sehen, denn der Ort gibt nicht so viel her. Aber wenn man sowieso schon in der Nähe ist, wieso nicht. Man kann den Park des Drachenbaums besuchen (eine Art botanischer Garten), oder einfach vom Kirchenplatz aus kostenlos über die Mauer schauen und sich sagen „Ich war hier!“.

Wer Lust auf italienisches Essen hat, dem sei übrigens die kleine Pizzaria Ciao Bella ans Herz gelegt. Der Inhaber und Pizzaiolo ist Italiener und macht superlecker Pizza, wie in Bella Italia.

Buenavista del Norte und Punta de Teno

Ich weiß eigentlich nicht mehr genau, warum ich nach Buenavista del Norte fahren wollte. Wahrscheinlich weil der Name vielversprechend geklungen hat. Zu sehen gab es dort aber wirklich nichts interessantes. Umso beeindruckender war dafür der Aussichtspunkt Mirador de Don Pompeyo, der gleich in der Nähe ist. Er liegt ziemlich hoch und unter einem fällt der Fels steil ab. Die Straße geht dann noch spektakulär „am Felsen klebend“ weiter bis nach Punta de Teno (siehe drittes Bild!), dem westlichsten Punkt Teneriffas. Diesen Abschnitt darf man aber wegen Steinschlag- und Erdrutschgefahr nur bei Schönwetter befahren. Die TF445 endet direkt vor dem klassischen Leuchtturm von Teno, einem netten Fotomotiv. Das Wasser war dort übrigens leuchtend blau und hat geradezu eingeladen darin zu schwimmen – es war aber sehr windig.

Andere Sehenswürdigkeiten?

Manch einer könnte sich jetzt fragen, warum wir nicht im Loro Park waren, nicht auf den Teide gefahren sind oder einen großen Wasserpark besucht haben. Die Antwort ist einfach: Unserer Meinung zahlt sich das mit einem Kind, das fast noch ein Baby ist, nicht aus. Meine Vorstellung ist in ungefähr zehn Jahren wieder nach Teneriffa zu fliegen und dann all diese „großen“ Attraktionen zu besuchen. Zu diesem Zeitpunkt werden wir als gesamte Familie vermutlich viel mehr davon haben.

Wenn ihr euch bis hierher durchgelesen habt, dann hoffe ich, dass ihr euch ein paar Informationen oder Inspirationen für den Urlaub auf Teneriffa oder anderswo mitnehmen konntet. Seid ihr auch schon in Urlaubsstimmung?

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One thought on “Teneriffa mit einem Einjährigen – Ein kleiner Reiseführer

  1. Es war echt eine schöne Zeit!
    Ein paar Kleinigkeiten will ich noch dazu schreiben 🙂

    Falls ihr Rundwanderweg in Cruz del Carmen besuchen wird und einen Schild sehen wird, der informiert, dass es rutschig ist, oder, dass die Wege nur beim trockenen Weter zu benutzen sind – folgt ihn 🙂 Wir haben eben nicht geglaubt und dann selbst durch den Gatsch gehen mussten 🙂

    In das Restaurant in Taganana würde ich sehr Gebratenes Oktopus empfehlen – Spezialität des Hauses. Seeehr lecker (auch wenn das Foto nicht so lecker ausschaut).

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