Aufbewahrte Erinnerungen: Das Postkartenbuch

Ich bin eine begeisterte Bewahrerin von Erinnerungen. Ich mag es wenn die Fotos gut sortiert sind, und im allerbesten Fall auch noch in einem Album oder Fotobuch. Ich mag es, ab und zu mal durch alte Tagebücher zu stöbern oder Briefe und Karten zu lesen. Und ich mag es auch, gelegentlich ein Souvenir in die Hand zu nehmen und an diesen besonderen Zeitpunkt zu denken, an dem ich es „gesammelt“ habe. Bei all dieser Liebe versuche ich aber nicht zu viel „Vergangenheit“ anzuhäufen. Solche Sammeleien machen mitunter ja auch Arbeit (wenn man Ordnung will) und können ebenso Ballast sein (was macht man denn mit vielen Souvenirs?).

Beim Erinnerungen sammeln für mein Kind bzw. bald schon meine Kinder finde ich es manchmal schwer zu entscheiden, was ich für die Vergangenheit konservieren soll. Aus meiner eigenen Kindheit gibt es relativ viele Fotos, aber natürlich weit nicht so viele wie jetzt im digitalen Zeitalter. Wahrscheinlich haben wir in der ersten Lebenswoche unseres Sohnes schon genauso viele Fotos gemacht, wie in meinem ganzen ersten Lebensjahr. Bei diesen Fotos stört es mich nicht, dass die Aufzeichnung lückenhaft ist und ich finde es auch nicht besonders traurig, dass meine Eltern nicht jeden Pups, den ich als Säugling gemacht habe, akribisch genau in einem Tagebuch festgehalten haben. Deswegen erlaube ich mir bei der eigenen Nachkommenschaft auch den Mut zur Lücke. Read more