Pimp my ride: Ein Puppenwagen-Makeover

Habt ihr früher auch ab und zu auf MTV „Pimp My Ride“ angesehen, diese verrückte Autoschraubersendung mit Xzibit in der Rostlauben auf’s wildeste aufgemotzt wurden? Diese Lebenszeitverschwendung ist mir bei meinem letzten Nähprojekt wieder eingefallen, denn ich habe einen Puppenwagen in neuem Glanz erstrahlen lassen. Zwar nicht mein Ride und es ist auch keine Playstation oder ein überdimensioniertes Soundsystem verbaut, aber den kleinen Seitenhieb auf diese kulturell wertvolle Sendung konnte ich mir nicht verkneifen.

Vorher

Dieses kleine aber feine Korb-Puppenwägelchen habe ich vor kurzem von einer Freundin geschenkt bekommen, die es selbst wiederum von einer Verwandten hatte, aber nicht behalten wollte. Nicht, dass wir jetzt unbedingt einen Puppenwagen gebraucht hätten – weder Puppenvater noch Puppenkind haben sich jemals über den Puppenbuggy beschwert – aber irgendwie war das Ding zu niedlich um nein zu sagen. Es war auch durchaus in einem ordentlichen Zustand, aber bedürftig nach etwas Liebe.

Der Puppenwagen war sicher längere Zeit irgendwo eingelagert und der Bezug hätte dringend mal gewaschen gehört. Weil ich denselbigen schon ein bissl oidfaderisch fand, und ich gerade in einem übermotivierten Nähflow war, habe ich beschlossen einen neuen zu machen und dabei auch gleich einige Verbesserungen einfließen zu lassen (pimpen, sozusagen). Die Art und Weise, wie das Sonnendach oben gehalten wurde, gefiel mir zB gar nicht. Es wirkte irgendwie behelfsmäßig und obwohl ja nichts langlebiger ist als ein gutes Provisorium war es ein wenig fummelig.

Nachher

Nach dem Besuch beim hiesigen Stoffgeschäft mit billigen Stoffen kam ich noch viel motivierter heim als ich außer Haus gegangen war. Zur Abwechslung hatte ich nämlich mal was (meiner Meinung) wirklich cooles gefunden. Der Fuchsstoff ist mein Kleinmädchentraum! Um nicht alles mit dem markanten Muster zu erschlagen, habe ich ihn mit einem dezenteren grauen Stoff mit kleinen weißen Pünktchen gepaart. Den fand ich auch eine gute Kombination zum Stil des Korbwagens.

Für den Schnitt habe ich den alten Bezug einfach an den Nähten aufgeschnitten und als Vorlage genommen. Ich dachte ja, dass das Sonnendach eher knifflig werden würde und der Bezug einfach, aber wie es so kommt war es genau umgekehrt. Das Sonnendach habe ich hinten auch noch etwas verlängert, weil beim originalen war hinten fast kein „Überstand“ und wenn man beim anknöpfen das Haltebandes ein wenig zu viel nach vorne gezogen hat ist gleich ein Spalt entstanden.

Das Befestigungsband, das mir ja so ein Dorn im Auge war, hab ich mit einer Art zusammengenähtem, improvisiertem Schrägband ersetzt. (Da ist sie wieder, die Improvisation… das Schrägband ist nämlich nicht schräg). Wie ich den alten Bezug abgenommen habe, habe ich einen Haken unter dem Stoff entdeckt, der eventuell schon einmal diesem Zweck gedient haben könnte, jedenfalls hab ich ihn gleich zum Befestigen verwendet. Besser als der Knopf!

Weiters bekam die Matratze einen neuen Überzug und das Fahrgestell wurde komplett überholt. Witzigerweise wurde der Korbteil oben, der durch zwei Gewindestangen/Schrauben befestigt ist, nur durch eine komplett unpassende Mutter und ein von Alter versteinertes Gummiringerl gehalten. Kein Wunder, dass alles gewackelt hat. Die Bettwäsche habe ich aus Volumenvlies neu gemacht. Das Innenleben der alten Bettdecke war nämlich verklumpt, wie es manchmal passiert, wenn man einen Polster in der Waschmaschine wäscht, der nicht maschinenwaschbar ist. Solche Fauxpas passieren offensichtlich nicht nur mir ;).

Noch mehr Gadgets

Am Sonnendach habe ich auch noch eine kleine Schlaufe befestigt, damit die Puppeneltern dort ihrem Baby ein Spielzeug aufhängen können. Und weil die Füchse ja so lieb sind, habe ich zu guter letzt noch einen kleinen Anhänger genäht, der den Kleinkind-Test jedoch nicht bestanden hat. Mattias wollte ihn sofort abmontieren, Emma hat ihn erwischt und in den Mund gesteckt, dass er zur Hälfte durch nass war bevor ich es bemerkt hatte. Wer jetzt denkt „Igitt, voll angesabbert“, dem sei gesagt: Egal, weil beim zweiten Mal spielen ist das Band, das ich mit extra verstärkter Naht in den Fuchs eingenäht habe, nämlich ausgerissen. Aber für’s Foto sah es ja nett aus, oder?

Also seht euch jetzt mal Franzi (die Puppe) an. Er grinst von einem Ohr zum anderen (noch mehr als an anderen Tagen), weil er sich so über den gepimpten Wagen freut. Es war weniger spektakulär wie auf MTV, und ich hatte auch keinen Zeitdruck und bin nicht so schei*cool wie Mr. X to the Z Xzibit, aber ich hoffe mal das Ergebnis gefällt euch auch!

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