Kurztrip nach Radstadt

Heuer ist der Sommerurlaub irgendwie ziemlich kurz gekommen. Durch die Schwangerschaft und den Jobwechsel meines Mannes war nicht wirklich was (längerfristig) planbar. Und da der Urlaubsanspruch im neuen Job auch so ein Thema ist, das die Situation nicht einfacher macht, haben wir spontan beschlossen, das verlängerte Wochenende um Maria Himmelfahrt für einen Kurzurlaub zu nutzen. Mit dem Wohnwagen, versteht sich. 

Hätte mich jemand zuvor gefragt, ob ich mit einem nicht mal drei Wochen alten Baby campen gehen würde, hätte ich ihm wahrscheinlich den Vogel gezeigt: „Sicher nicht!“. Aber irgendwie haben wir’s doch getan und im Nachhinein denk ich mir gar nichts mehr dabei. In einem Zelt hätte ich nicht geschlafen, aber im Wohnwagen hatten wir’s ja wohlig warm mit der Heizung. Und unser Reiseziel war ja auch nicht so weit weg. Da mein Mann schon länger vorhatte mit seinem Freund beim Specialized-Day in Radstadt Fahrräder zu testen, weiteten wir den Aufenthalt einfach auf das Wochenende aus.

Ein Campingplatz war schnell gefunden. Die Aussicht auf einen Spielplatz, Streichelzootiere und Zentrumsnähe haben uns überzeugt unsere Stützen am Tauerncamping Radstadt auszukurbeln. Der Platz ist sehr schön in Terrassen angelegt und auch an den Sanitäranlagen war nichts zu beklagen. Der Ort ist fußläufig selbst mit einem etwas gehfaulen 2-Jährigen schnell zu erreichen.

Unternehmungstechnisch haben wir’s gemütlich angehen lassen: Durch den schönen Stadtkern schlendern, mehrere Male den gut ausgestatteten Spielplatz an der Stadtmauer besuchen, bei tollem Ausblick lecker Essen im Gasthof Stegerbräu. Wer ein wenig schneller/flexibler ist als wir mit Kleinkind und Baby, dem verspricht die Website der Stadt auch einiges an interessanten sportlichen Aktivitäten und Ausflugszielen in der Nähe. Manchen wir dann ein andermal 😉

Ein toller Spielplatz in Radstadt. Auf der anderen Seite gibts auch noch Rutsche, Schaukel & Co.

Da ich Sonntag zu Mittag plötzlich Migräne bekam (so richtig mit Sehstörungen, Kribbeln im Arm und einer Gesichtshälfte, usw… richtig ätzend!), hatten wir leider nur den Montag, um einen kleinen Ausflug zu machen. Es ging in den Freizeit- und Wildtierpark Untertauern. Da durch ein Unwetter die Brücke, die den direkten Zugang zum Park bildete, weggerissen wurde, war dort wohl etwas weniger los, was uns nicht weiter störte, aber auch das Stüberl hatte leider geschlossen. Aus dem erhofften Eis und dem Kaffee wurde also vorerst mal nichts, aber alles in allem hat es uns dort recht gut gefallen.

Seht mal wie viele Fische da im Teich sind!

Wir haben Fische gefüttert, Ziegen und Esel gestreichelt, Rotwild bewundert und den Ferkeln beim Trinken zugesehen. Am großen Kinderspielplatz hat der Junior natürlich vor allem die Rutschen ausgetestet – sein Spezialgebiet. Außerdem gäbe es dort auch noch einen Badesee, Tretboote, Sportplätze, einen Bummelzug (der nicht gefahren ist, wie wir dort waren), und diverse Wandermöglichkeiten. Ein wahres Kinderparadies, für das übrigens kein Eintritt verlangt wird.

Jetzt bleibt nur noch zu klären: Wie ist es uns eigentlich ergangen? Gemischt, würde ich sagen. Die Witterung war glücklicherweise viel besser als vorausgesagt, aber dafür wollten dann gefühlte drei Millionen Wespen an unseren Mahlzeiten teilnehmen, weswegen wir dann doch wieder lieber im Wohnwagen gegessen haben, anstatt davor. Auf der Anschaffungsliste für weitere Reisen stehen jetzt definitiv ein Fliegenvorhang und eine Fliegenklatsche. Aber auch sonst haben wir wieder dazugelernt was das Campen betrifft. Mit jedem Ausflug sammeln wir wertvolle Erfahrungspunkte, was die Ausstattung und vor allem auch die Organisation bei dem limitierten Platzangebot angeht (Was ist sinnvollerweise wo eingeräumt, etc.).

Und überhaupt gilt beim Reisen mit Kindern ja die 3-Tages-Regel, die besagt, dass die ersten Tage anstrengend sind, aber ab dem Dritten wird alles entspannter. Genauso war es auch diesmal. Während am zweiten Abend die Nerven noch einigermaßen blank lagen, saßen mein Mann und ich am dritten Tag gemütlich bei einer Tasse Tee draußen, während die Kinder anstandslos geschlafen haben. So würden wir’s uns natürlich jeden Tag wünschen. Was in Erinnerung bleibt sind aber sowieso nicht die paar strapaziösen Momente, sondern die vielen positiven Augenblicke als Familie von unserem ersten kleinen Urlaub zu viert!

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