Der Gitterbett-Hack oder: Das Bettchen für überall in der Wohnung

In meinem Beitrag zu den Babyvorbereitungen habe ich schonmal erwähnt, dass wir beim zweiten Kind auf das Beistellbett verzichten und stattdessen etwas Neues ausprobieren. Ich nenne es ganz glamourös „Gitterbett-Stubenwagen-Kombi“, denn der Name ist Programm. Es ist eigentlich nichts anders als ein kleines Gitterbett auf Rädern mit einem Stoffhimmel. Die Frau hat’s erdacht und der Mann hat’s gemacht, sozusagen. Bis auf den Nähpart, über den hab ich mich selber geärgert.

Die Idee ist entstanden, weil wir ein zweites Gitterbett zuhause hatten, mit dem wir nicht viel anfangen konnten. Wir hatten es für den Sohnemann gebraucht gekauft, weil wir dachten es sei ein IKEA Gulliver-Bettchen, für das wir nur eine neue Matratze bräuchten. Es war zwar sicher ein IKEA-Produkt, aber irgendwie scheint es eine ältere Version oder so gewesen zu sein, mit anderen Maßen für die Matratze. Unzwar kleiner – das heißt die neue Matratze hat immer leichte Wellen geschlagen. Da kannste kein Kind dauerhaft drauflegen… Nochdazu war die Farbe schon sehr spröde und blätterte ab. Klassischer Fehlkauf.

Das Konzept des Beistellbettchens, das ich vor dem ersten Baby ja super fand, hat sich in Realität als nicht besonders praktikabel für mich herausgestellt. Weil der Sohnemann zum Stillen sowieso meistens in meinem Bett lag, war der offene Übergang zum Kinderbett eigentlich umsonst. Da wir ein (dann neues) Gulliverbett daneben hatten, das ja ziemlich groß ist verglichen zu einem Babybay oder so, hat es auch im Schlafzimmer selbst viel Platz weggenommen und ich musste immer über das Fußende ins Bett steigen, was mit dem Baby im Arm nicht sonderlich bequem war. Zusätzlich hat in der Küche bzw. im Wohnzimmer ein Stubenwagen wertvolle Quadratmeter in Anspruch genommen. Zugegebenermaßen war das damals noch gar nicht so wichtig, aber jetzt ist Fußboden = Spielfläche und irgendwo möchte man ja auch noch unfallfrei vorbeigehen können. Daher meine Idee ein kleineres Gitterbett zu haben, das man wie einen Stubenwagen verwenden kann.

Da unser DIY-Bettchen jetzt kleiner ist, passt es besser neben das Bett. Die Matratzen sind auch auf gleicher Höhe, also können die Prinzessin und ich uns auch im Liegen direkt in die Augen schauen, sollte es jemals vorkommen, dass wir in getrennten Betten liegen und mit offenen Augen schlafen. Es lässt sich dank der Rollen auch in jedes andere beliebige Zimmer oder den Balkon schieben. Wir haben uns für blockierbare Räder entschieden, damit es einen sicheren Stand hat, falls der große Bruder mal auf die Idee kommen sollte sich anlehnen zu müssen. Zusätzlich funktioniert das Bettchen so auch als etwas klobiger Rausfallschutz, wenn es neben dem Elternbett parkt.

Die zweifarbige Kombination für den Rahmen hat sich durch Zufall ergeben, nicht durch einen kreativ erdachten Plan. Das ganz uninspirierte Vorhaben war nämlich, den Altanstrich zu entfernen, um dann erneut weiß zu streichen. Doch dann fanden wir das freigelegte Holz so schön, dass wir beschlossen haben, das Bettchen „natur“ zu belassen. Mein Mann hat sich also sehr bemüht mit dem Abschleifen und dann kam die Überraschung: Die vier Teile, die jetzt so grün-grau gestrichen sind, sind gar nicht aus Holz, sondern aus MDF. Ästhetik adé und wieder eine Planänderung! Dafür ist die jetzige Lösung etwas besondereres geworden, als nur „weiß“ oder „Buche“.

Beim Stoffhimmel hab ich mich, was das Muster angeht, ausgetobt. Ich hatte drei Favoriten und schlussendlich hab ich mich für das wildeste Muster entschieden. Und dafür , dass es optisch schon so „laut“ ist, wollte ich dann eine ganz gerade Vorhangform haben. Daran bin ich fast gescheitert. Zum einen an der Befestigung und zum anderen beim Nähen.

Es hat drei Anläufe gebraucht, bis wir die richtige Stange mit dem richtigen Biegewerkzeug so paaren konnten, dass zum Schluss ein rechter Winkel rauskam, der das Gewicht des Stoffes auch tragen konnte. Die Befestigung derselben war allerdings einfach. Mit zwei Klettbändern haben wir die Alustange „angeklebt“. So lässt sie sich jederzeit wieder rückstandsfrei entfernen, falls wir dem Himmel mal überdrüssig werden.

Das Nähen war auch viel schwieriger als erwartet. Dieses Dreieck, das sich auf der Rückseite ergibt, hat mich fast in den Wahnsinn getrieben. Ich bin insgesamt Stunden (und das ist jetzt keine Übertreibung) dort gesessen und hab überlegt wie ich’s angehen soll, damit so wenig Nähte wie möglich sichtbar sind. Vielleicht waren meine Leistungskapazitäten auch schon sehr ausgeschöpft, weil es so am Ende der Schwangerschaft war… ich hab wirklich schon sehr an mir gezweifelt. Jedenfalls hab ich den Stoff ungefähr tausend Mal umgesteckt und schlussendlich ist es so geworden. Ich bin zufrieden.

Vorne haben wir einen Gummistöpsel auf die Stange gesteckt und eine kleine Auslassung in der Naht (am linken Bild zu sehen) versteckt das Ende ganz und verhindert auch, dass der Stoff wegrutschen kann. Obendrein verringert es auch die Gefahr, dass man sich ein Auge aussticht.

Viel einfacher als der Himmel waren die Leintücher zu nähen, für die ich Stoffe aus dem heimischen Lager verwendet habe. Die gehen echt ruckzuck. Ich habe auch schon für’s Gitterbett (also das normale) diverse Leintücher genäht, aber ohne Gummizug, dabei ist das noch viel einfacher. Ich hab mich im Wesentlichen an dieses Tutorial gehalten, nur halt mit meinen individuellen Maßen. Für die Matratze haben wir übrigens eine Vyssa Slappna-Matratze vom Schweden zugeschnitten.

Nach einem Monat in Verwendung bin ich mit dem Kombinations-Konzept recht zufrieden. Ich bin schon gespannt, wie lang es dauert bis die kleine Schwester der Bettlänge entwächst. Welche Schlafstellen-Lösungen habt ihr zuhause? Und welche Erfahrungen habt ihr mit euren Arrangements gemacht?

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