Es grünt so bunt auf meinem Balkon

Mein Balkon hat (wieder) Blumen und Kräuter. Und dieser Anblick macht mich so glücklich! Als es dieses Jahr Frühling wurde, habe ich über eine Bepflanzung schonmal nachgedacht, aber die Idee dann doch wieder auf Eis gelegt. Mein grüner Daumen hat nämlich sowas wie einen Wackelkontakt – mal funktioniert das zwischen mir und den blättrigen Freunden gut und plötzlich wachsen sie wieder sehr knusprig. Oder sie zerfallen zu Matsch… auch dieses Szenario kenne ich, aber auf unserem Balkon, der die pralle Sommersonne abkriegt, ist das Zerfallen zu Staub die gängigere Methode.

Wenn der Sommer richtig heiß ist, verbringe ich so gut wie keine Zeit auf dem Balkon: Hitzschlaggefahr. Und aus diesem Grund hab ich gezögert. Weil dann vergess‘ ich doch glatt, dass ich dort Grünzeug (oder eher „Braunzeug“) habe, dem dürstet. Seitdem wir aber eine schöne (Innen-)Verkleidung für die Photovoltaik gemacht haben, einen schönen Tisch besitzen und das Wetter auch oft passend war, hab ich den Balkon oft genutzt und ja… etwas Leben fehlte dort.

Die Balkonecken vorher. Wobei die Bäumchen und Hängetöpfe quasi eh schon "in progress" sind.
Die Balkonecken vorher. Wobei die Bäumchen und Hängetöpfe quasi eh schon „in progress“ sind.

Aber ich hab wieder gezögert, weil es ist schon Mitte August, bla bla bla,… Dann ist mir aber der Blog-Post von Nadine untergekommen und sie beginnt mit den Worten:

Es ist Mitte August und ich fange an, die Terrasse umzugestalten. Bzw. kann von einer Umgestaltung eigentlich gar nicht die Rede sein, bisher gab es nämlich schlichtweg noch überhaupt keine Gestaltung.

Haha, so hätte ich diesen Post hier auch beginnen können. „Gut“, hab ich mir gedacht, „Wenn die Mitte August ihre Terrasse umgestaltet, dann ist’s für den Balkon auch noch nicht zu spät“. Und wie man es mit guten Ideen machen sollte, hab ich sie zeitnah in die Praxis umgesetzt. Vorher hab ich allerdings noch gegoogelt, welche Pflanzen sich auf meinem Backofenbalkon wohlfühlen würden.

Einkauf

Zudem hab ich meiner Mutter ein paar größere Pflanzen abgenommen, die sie eh nicht brauchte. Eine davon, das Enzianbäumchen, ist streng genommen sowieso meines. Es war ein Geschenk eines Freundes zu meinem 19.(!) Geburtstag. Ich bin mir sicher, es lebt nur, weil es sich die ganze Zeit über in der Obhut meiner Mutter befunden hat. Und ich hoffe stark dieses Bäumchen und ich entwickeln eine ähnlich gute Beziehung wie mein Weihnachtsstern und ich sie haben. Oder noch besser.

Wo ich’s im Innenbereich eher sachlich und weniger farbenfroh habe, ist meine Einstellung da bei Blumen ganz anders. Da mag ich’s schön bunt. Das wirkt meines Erachtens weniger gezwungen, so wie die Natur halt ist und irgendwie erinnert es mich an den Garten meiner Oma. Die hatte viele Blumen und sie hat sich sicher nie Gedanken darüber gemacht, ob sie ein passendes Farbkonzept hat und trotzdem war’s schön. Man muss auch nicht alles Zerdenken.

Hoffentlich bequemt sich der Basilikum bald von selbst zu stehen.

Auch bei den Pflanzgefäßen hab ich nur Sachen verwendet die wir schon zuhause hatten. Die Bäumchen waren sowieso schon in den blauen Töpfen, die ich mir sicher nicht selbst ausgesucht hätte, aber ich habe auch gar keine Ambitionen zum Umtopfen. Und dieser riesige Topf, in dem jetzt die Kräuter wachsen, stand seit Jahrmillionen von Jahren im Keller. Den hätte ich mir auch nicht ausgesucht, aber wenn er schon da ist (und nichts kostet)…

Eingezogen sind jetzt übrigens zwei Petunien, Portulakröschen und eine Campanula (Glockenblümchen also; kein ganzer Sonnenanbeter aber mal sehen wie sie sich machen wird). Aus dem Kräutertopf gibt’s jetzt Basilikum, Schnittlauch, Thymian und Rosmarin frisch zum Kochen und dann stehen da noch die Yucca-Palme, besagtes Enzianbäumchen und auf der anderen Seite steht unser Ginkobaum, der seinen rechten Platz noch nicht gefunden hat. Aber die andere Seite ist sowieso noch nicht „fertig“.

Kräuter

Diese Seite finde ich jedenfalls schon mal sehr gemütlich. Ich denke noch darüber nach ein paar Solarlichter anzuschaffen. Kerzen sehen zwar super aus, aber sind mir zu aufwendig zum immer wieder her- und wegräumen. Die schmelzen nicht nur, sie explodieren auch gerne mal in der Sonne und sauen die Fassade ein. Kein Spaß.

Aussicht im Sonnenuntergang
Aussicht im Sonnenuntergang

Es ist gut draußen zu sitzen, den Sonnenuntergang zu genießen und auf getane, gelungene Arbeiten zu blicken. Ich seh die Balkonverkleidung und denk, dass es sich ausgezahlt hat, über Tage hinweg gefühlte hunderte Meter Zaunlatten zu streichen. Und jetzt kann ich auch meine Bepflanzung ansehen und mich an ihr erfreuen, solange ich es schaffe sie am Leben zu erhalten.

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