Ein Platzerl für zwischendurch [Balkon]

Meine Gestaltungsfreude für den Balkon liegt immer fast schon mitten im Sommer, sodass ich mir die Frage stelle, ob sich der Aufwand lohnt. Anfang des Sommers ist es meist noch zu kühl, um auf unserem südseitig gelegenen Balkon gemütlich draußen sitzen zu können und sobald es warm genug ist, ist es auch gleich schon wieder zu heiß. Auch heuer hat sich meine Verschönerungsaktion bis Ende Juni verzögert. Der Aufwand war jedoch gering und hat sich auch wirklich ausgezahlt!

Ich gebe auch zu: Viel wollte ich sowieso nicht machen. Bei der Hitze, die wir bei Schönwetter am Balkon haben, muss man bei den Pflanzen echt dahinter sein mit dem Gießen. Das ist sowieso nicht meine Spezialität und mit dem ankommenden Baby kann ich mir jetzt schon gut vorstellen, dass auch das wenige, was es jetzt draußen steht, „knusprig wachsen“ wird. Aber den Wintermodus wollte ich mir auch nicht den restlichen Sommer geben.


Dieses Jahr hab ich Lust auf ein gemütliches Eckchen verspürt, in dem ich mich niederlassen kann, wenn ich mal kurz Zeit dazu habe. Die Rattansessel, die es eh schon immer auf unserem Balkon gibt, waren gutes Ausgangsmaterial. Dahinter hab ich einen weißen Vorhang aufgehängt, der auch schon jahrelang im meinem Fundus verweilt, um ein bisschen Ambiente zu schaffen. Mein schönes Bambuswindspiel, das ich vor einiger Zeit mal in der IKEA-Fundgrube entdeckt habe, hat nun auch endlich ein würdiges Plätzchen bekommen.

Damit der Wind, den man zwar beim Draußensitzen kaum spürt, aber der teilweise schon ganz ordentlich an den leichten Vorhängen zerrt, mir nicht jeden Tag alles verrutscht, habe ich die Schlaufen mit Stecknadeln enger gesteckt und das untere Ende des Vorhangs an dem kleinen Tischchen festgebunden. Das hilft ein bisschen und alle paar Tage richte ich die Schlaufen wieder gleichmäßig aus.

Das Tischchen – eigentlich eine Art Werkbank – hab ich im Keller gefunden. Genauso wie den Blumentopf. Die Rückenpolster sind auch alte Stickkissen, die einfach nur umgedreht sind und das Häkeldeckchen ist aus Oma’s Sortiment. Neu ist nur der Blumenstock selbst und die schwarzen Sitzkissen. Die hab ich eigentlich für meine neu-geerbten und übrigens sehr coolen Klappstühle gekauft, wo sie aber leider nicht passten. Dafür passen sie wie angegossen auf die Rattansessel.

Ach, wie schön, wenn meine Blumen blüh’n…

Weil bei einem Balkon-Makeover eine romantische Beleuchtung für den Abend quasi dazugehört, hab ich mir auch was einfallen lassen. Von Kerzen sehe ich ja mittlerweile vollkommen ab, nachdem mir mal eine in der Mittagshitze davongeschmolzen/explodiert ist. Ich hatte da diese Lichterkette herumliegen, die aber nur für drinnen geeignet ist und ein großes Einmachglas, das auch seit Jahren nur herumsteht, weil der Nussbaum keine Nussvorräte liefert. Lichterkette reingestopft – tada!

Die Beleuchtung kommt abends ein wenig mehr zur Geltung 😉

Bei aller Wiederverwertung vorhandener Dinge, wollte ich mir eigentlich einen passenden Outdoorteppich kaufen, aber bin nicht fündig geworden (in der gesetzten Preisklasse). Deswegen liegt jetzt dort ein edles Stück, dass beim Wohnwagen dabei war. Ein schlecht passender Teppich ist mir immerhin lieber als gar kein Teppich.

Die Kräuterernte fällt dieses Jahr etwas magerer aus. Seh grad wenig Sinn darin etwas für Geld zu kaufen, dass ich dann kaum benutze und früher oder später sterben lasse. Darum dieses Jahr nur Schnittlauch (der brave hat den Winter pflegelos überlebt) und Basilikum.

Auch die andere Balkonseite ist etwas ausgefeilter als letztes Jahr, auch wenn sie neben den Pflanzen hauptsächlich Dinge beherbergt, für die ich grad keine Verwendung habe. Aber die Tisch-Sessel-Kombination find ich doch irgendwie nett. Ich stell mir immer eine Schreibmaschine dazu vor und sehe vor meinem inneren Auge einen imaginären Autor dort sitzen. Ein wenig mehr hängende Deko wäre eigentlich noch für diese Seite geplant, aber ich zweifle momentan, ob es zur Umsetzung kommt. Im Zweifelsfall halt dann nächstes Jahr 😉

In der Mitte des Balkons ist eigentlich alles gleich geblieben. Der Tisch mit den Bänken hat sich bewährt. Der Tisch ist recht schmal, aber dafür kann man gut vorbeigehen und man kann die Bänke unter den Tisch schieben, um sie so ein wenig vor der Witterung zu schützen. Im Winter hatten wir das Set am Dachboden eingelagert, was trotz der Klappstiege super funktionierte, weil man die Möbel zusammenklappen kann, wie eine Bierbankganitur. IKEA sei Dank.

Überhaupt fällt mir gerade auf, wie viele Ikea-Produkte es auf unsrem Balkon gibt. Wenn ich die Gestaltung nächstes Jahr noch weiter ausfeile, dann kann ich mich auch gleich für’s IKEA Family Magazin bewerben… 😉

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