Die Sitzpolster für den Wohnwagen sind fertig!

Ein erster Erfolg bei den Arbeiten am Wohnwagen ist zu vermelden: Wir sitzen jetzt zumindest schonmal stilistisch viel besser als vorher. Letzte Woche habe ich die Sitzpolster fertig überzogen.

Hier nochmal eine kleine Auffrischung eures Gedächtnisses, wie der Spaß vorher ausgesehen hat. Ein zwar sehr robuster, aber meiner Meinung hässlicher Überzug in braun-grau-gestreift.

Innen (vorher)

Da der Schaumstoff trotz seines Alters noch immer gut in Form war, haben wir die Kissen einfach neu bezogen. Dafür haben wir beim Möbelschweden gut einen Ballen Stoff abgerollt um ihn dann erneut aufzurollen und nachhause zu schleppen. Wir haben uns für „MINNA“ in dunkelgrau entschieden. Als Bezugsstoff ist er robust genug und für 6,99 € pro Meter ist der Preis wirklich moderat.

Ran an die Nähmaschine

Nachdem ich den Stoff mal durchgewaschen und gebügelt habe ging’s auch schon ans Zuschneiden und Nähen. Praktischerweise ist dieser Stoff 150cm breit und das hat für meine Sitzkissen (also die unten, auf denen man sitzt) genau gepasst. Ich hab also auch sehr verschnittarm arbeiten können.

Ich hab mir einige verschiedene Methoden angesehen, wie man so eckige Polsterbezüge nähen kann. Schlussendlich habe ich mich dann für die meines Erachtens einfachste und gelingsicherste entschieden. Ich werde jetzt nicht genauer drauf eingehen, wie man so einen Überzug Schritt für Schritt näht, weil Christy von Confessions of a Serial DIYer ein gutes Tutorial auf ihrem Blog hat, an das ich mich auch gehalten habe. Aber um die Vorteile kurz zusammenzufassen: Man schneidet hier nur ein Stoffteil aus, das der ganze Bezug wird. Es gibt also wenig zuzuschneiden und auch nur je eine Naht an den Seiten, die mittig verläuft, wie oben gut zu sehen ist. Dadurch fällt es weniger auf, wenn die Naht nicht exakt an der Kante verläuft (wie bei anderen Methoden, wenn man kein Nähprofi ist). Der Stoff sollte ja ziemlich stramm am Schaumstoff sitzen, damit er nicht so viele Wellen wirft. Mit nur zwei relevanten Nähten an den Seiten kann man da natürlich viel einfacher nachbessern, wenn der Bezug noch zu weit ist und auch später, wenn man öfter mal drauf sitzt, läuft man weniger Gefahr, dass die Polster so schlampig „durchgesessen“ aussehen, weil die vordere Naht nicht mehr exakt mit der Kante verläuft. Ich hoffe ihr versteht was ich euch sagen will.

Ein Profi an der Nähmaschine braucht mal nicht sein, um einen ordentlichen Überzug zusammenzubringen. Es reicht wenn man gerade aus nähen kann. Wegen dem Verschluss hab ich länger hin- und herüberlegt. Eigentlich wollte ich einen Klettverschluss einnähen, damit sich der Bezug zum Waschen leichter abnehmen lässt. Schlussendlich hab ich’s dann doch gelassen, weil mir der Aufwand zu groß war. Durch die Knöpfe, die diese abgesteppte Optik erzeugen, kann man den Bezug nämlich sowieso nicht so mir nichts dir nichts abnehmen. Man müsste sie abschneiden, und später neu ausmessen und annähen. Realistisch gesehen würde ich mir den Aufwand nur machen, wenn es wirklich wirklich notwendig ist. Und dann kann ich auch einfach die untere Naht aufschneiden und später wieder zunähen.

Vor dem Zusammennähen habe ich den Stoff mit Stecknadeln im Schaumstoff angepinnt, damit er mir nicht verrutscht.

Das System zum Verschließen ist einfach. Man faltet den Stoff so zusammen also ob man ein Geschenk verpacken würde und näht dann die gerade Kante mit der Hand zusammen. Ja, mit der Hand. Das hat sich für mich schlimmer angehört als es war. Es ging relativ flott – nur das ich seitdem Hornhaut auf meinem Zeigefinger habe, als ob ich eine einsaitige Gitarre spielen würde. Ich hoffe, die geht bald wieder weg… Mit einer sogenannten Zaubernaht sieht man zum Schluss auch keine Fäden. Juhu!

Zu guter Letzt: Die Knöpfe

Nachdem ich auf Ebay eine 50er-Packung Knopfrohlinge samt Werkzeug und gefährlicher Matratzennadel gekauft habe konnte ich es kaum erwarten, meine ersten Knöpfe selbst zu überziehen. Das war übertriebene Vorfreude, weil eigentlich war das der Teil der Arbeit der mir am wenigsten Spaß gemacht hat.

Für den dicken Stoff war das Werkzeug nämlich halbwegs unbrauchbar. Ich gehe davon aus, die bebilderte Anleitung richtig ausgeführt zu haben, aber ich musste doch ein wenig rabiater vorgehen um einen brauchbaren Knopf zu erhalten. Ich musste hammermäßig draufhauen damit sich die zwei Teile des Rohlings mit dem Stoff dazwischen ordnungsgemäß verbunden haben. Dafür hab ich auch meine eigene kleine Technik entwickelt, um die Knöpfe im angenehmen Wohnzimmer vorzubereiten und anschließend in einem Schwung im kalten Keller mit dem Hammer zu bearbeiten.

Trotz der unvorhergesehenen Plackerei bin ich mit den Ergebnissen aber zufrieden. Es ist nicht ganz einfach den Stoff so hinaufzufalten, dass nicht zum Schluss ein kleiner Spitz durch die größere Überlappung des Stoffes entsteht. Das erkennt man auch auf dem Foto oben, wenn man genau hinsieht. Aber wenn sie montiert sind, fallen diese kleinen Unzulänglichkeiten nicht mehr auf.

Mit meiner neuen Mördernadel habe ich die Knöpfe dann angebracht. Dazu habe ich mittels Messen und Ertasten versucht die richtigen Positionen zu finden. Tasten nämlich deswegen, weil vorher auch solche Knöpfe installiert waren und die sich über die Jahre so in den Schaumstoff gedrückt haben, dass die Kuhle bleibt, auch wenn kein Knopf drinnen ist. Wenn ichs mathematisch hundertprozentig gemacht hätte, dann wären die Knöpfe nicht immer genau wieder an der gleichen Stelle gewesen, und das hätte unschön ausgesehen.

Dieses Youtube-Video hat mir übrigens sehr geholfen, die Knöpfe mit dem passenden Knoten richtig anzubringen. Das Schwerste an diesem Schritt war sicherlich sich nicht mitaufzuspießen, wenn man mit der Nadel versucht an der richtigen Stelle der Rückseite wieder aus dem Polster rauszukommen.

So ein richtiges Nacher-Foto kann ich euch momentan noch gar nicht wirklich zeigen. Bevor nicht gründlich geputzt ist im Wohnwagen, werde ich die Sitzpolster nicht extra raustragen. Ich bin ja so schon überzeugt, dass sich sich wunderbar machen und für den Wow-Effekt bei der finalen Enthüllung unserer Arbeiten ist es auch sicher besser ich überrasche euch mit dem Endergebnis. Unser persönlicher kleiner Produkttester hat natürlich gleich probegesessen und die Stabilität der Knöpfe untersucht. Seine Bewertung: „Ganomis!“ – was in seinem Dialekt so viel heißt wie „gemütlich“.


Meilensteine

Um den Überblick zu bewahren und auch den Fortschritt im Auge zu behalten habe ich uns einen Meilenstein gesetzt (sagt man das so?). Optimalerweise erledigen wir das alles bevor Kind Nr. 2 das Licht der Welt erblickt. Abgehakte Punkte sind bereits erledigt.

Meilenstein 1

optisch:
✔ Sitzpolster neu beziehen
✘ Neue Vorhänge nähen
✘ Deckenpaneele streichen
✘ Wände tapezieren
✘ Heizkörperabdeckung, Herdvorderseite und Tischbeine sprayen
✘ Neue Griffe kaufen und montieren
✘ Dekorstreifen an den Möbeltüren überkleben/überstreichen

praktisch:
✘ Neue Reifen kaufen
✘ Gasprüfung machen
✘ Pickerl erneuern
✘ Regalbretter in den Kasten bauen
✔ Außensteckdose ersetzen (defekt)
✘ Deckenlampe austauschen (defekt), ev. neue Lampe über kleinem Tisch installieren
✘ Wassersystem checken, Kanister und Schlauch ggf. erneuern

Das sind die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, die sicher passieren sollen, aber natürlich wird es auch einen ordentlichen Grundputz geben und hoffentlich komme ich auch noch zur einen oder anderen Kleinigkeit, die aber keine Priorität haben. Falls nicht, schreib ich sie in einen zweiten Meilenstein.


W(ohnwagen)-Log

Samstag, 4.3.2017
Ist das echt eine Blase auf meinem Zeigefinger? Die ersten zwei Sitzkissen sind jedenfalls schon in neuem Kleid und das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend.

Samstag, 11.3.2017
Haben heute die Winter-Abdeckplane „eingesommert“ und Giedrius hat die kaputte Außensteckdose durch eine neue ersetzt.

Dienstag, 15.3.2017
Endlich sind alle Knöpfe fertig. Der Einsatz eines Hammers war zwingend erforderlich um einen stabilen Knopf zu fertigen, was wohl an der Dicke des Stoffes lag.

Mittwoch, 16.3.2017
Freudentanz: Die Polster sind fertig! Das Anbringen der Knöpfe war zwar nicht schwer, aber auch nicht gerade die motivierendste Arbeit für mich.

Samstag, 18.3.2017
Haben den regnerischen Vormittag genutzt um endlich zum Baumarkt zu fahren und ein paar Materialien einzukaufen. Haben eine Rolle von der selbstklebenden Folie zum Testen mitgenommen, die Regalbretter für den Kasten zuschneiden lassen und Farbe für den Deckenanstrich ausgesucht.

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