Der alte Plan – und der neue! [Wohnwagen]

Seitdem wir den Wohnwagen eingewintert haben hat sich nicht mehr viel getan. Wie im W(ohnwagen)-Log erwähnt, habe ich ziemlich schnell einen Plan gehabt was die Umgestaltung betrifft. Streichen hat bei diesem Vorhaben eine wesentliche Rolle gespielt, aber da es dazu zu kalt war, hat sich der Start verzögert und nachdem ich erfahren habe, dass ich wieder schwanger bin lag der Plan dann erstmal komplett auf Eis. Denn Streichen mit Baby an Bord wird nicht empfohlen, ebensowenig während dem Stillen. Insofern bin ich in dieser Hinsicht dieses Jahr ein ziemlicher Totalausfall. Der Mann hat zwar angeboten, dass er den Pinsel schwingt, aber ich habe abgelehnt. Streichen ist eher mein Metier. Die ganze Arbeit würde zu viele seiner Nerven kosten und infolgedessen auch zu viele meiner eigenen (wobei ich ihm nicht unterstelle, dass er es nicht könnte… er würd’s wahrscheinlich besser machen als ich).

Auch bei diversen Näharbeiten, die durchaus in den Wintermonaten hätten erledigt werden können, ging nichts weiter. Immerhin hatte ich nur mehr den halben Plan vor Augen. Realistisch betrachtet würde ich dieses Jahr nicht zu großen Streicharbeiten kommen und vermutlich ist es nächstes Jahr mit einem Winzling und einem Kleinkind auch nicht unbedingt einfach. Nachdem ich meine Küche mal gestrichen habe (also die Möbel meine ich), ist mir ja aufwandsmäßig nicht ganz unbekannt was da auf einen zukommt. Und ich habe mich fragen müssen, ob mir in drei Jahren, wenn ich dann endlich zum Farbeimer greife, mein Plan immer noch soo sehr gefällt wie jetzt. Und dann will ich aber kein halb umgesetztes Konzept, das auch nur mehr halb begeistert. Ich brauchte einen neuen Plan!

Der alte Plan

Bei meinen alten Plan ist im Mittelpunkt gestanden die braunen Details in ein neues Farbkonzept zu integrieren. Wenn ihr euch die Vorher-Fotos angesehen habt, dann erinnert ich euch vielleicht an diverse dunkelbraune Oberflächen auf, wie zB die Heizung, die Faltwand oder Blende des Herds. Ich dachte mir, wenn ich es schaffe, das Drumherum so zu gestalten, dass das Braun, das jetzt nicht gerade meine Lieblingsfarbe ist, so aussieht als wäre es absolut gewollt, dann könnte ich mir an diesen Stellen knifflige Malerarbeiten sparen und auch irgendwas etwas Ursprüngliches des Original-Wohnwagendesigns bewahren. „Camouflage“ war das Thema, dass ich mir dazu überlegt hatte. Inspiriert haben mich dazu die Fahrzeuge des Bundesheers. Mein Mann und ich finden dieses matte Braungrün (RAL 7013) auf Autos, besonders VW-Bussen, absolut geil. Hier mein Farbmoodboard:

Grundtöne wären also dunkle Grüntöne gewesen. Ich dachte daran, die unteren „Schränke“ (also der Teil, der unter den Sitzbänken ist) in grau zu streichen (auf dem Moodboard also irgendwas zwischen „Stormy Sky“ und „Limestone“ bzw. „Shining Armor“ und „Knight’s Armor“) und die Decke hell (a la „Eggshell“ bzw. „Glacial Ice“). Dazu hab ich mir Rot als Akzentfarbe dazu vorgestellt. Wir haben noch das alte, knallrote Campinggeschirr zuhause und eine rote Karodecke, die perfekt gepasst hätten. Und ich hätte dazu natürlich diese rote Flanellkarobluse getragen, wie unten zu sehen ;). Aber diese Ideen gehören der Vergangenheit an.

Der neue Plan

Die Inspiration für den neuen Plan kam von ganz anderer Seite. Über Pinterest habe ich den Blog „Lolo und Theo“ entdeckt. Bloggerin Julie hat auch einen alten Wohnwagen überarbeitet, und auch wenn der Stil eigentlich gar nicht mein persönlicher Fall ist, hat ihre Arbeit den Stein doch irgendwie ins Rollen gebracht. Sie hat nicht wie bei vielen anderen Makeovers einfach alles weiß gestrichen, sondern auch die Holztöne ihres Wohnwagens ins Herz geschlossen. Und das bildet auch den Mittelpunkt meines neuen Konzepts. Da der Fokus auf wenig Steicharbeiten liegt, muss das Holz bleiben und das Rundherum passend werden.

Da jetzt so ein Einheits-Rot-Braun vorherrscht will ich klarere Kontraste schaffen. Dazu will ich die Wände weiß tapezieren bzw. mit selbsthaftender Folie bekleben. Das kann ich auch schwanger gefahrenfrei machen und ich denke, das frischt das ganze schonmal ungemein auf. Die Decke, die ja eine Art (Fake-)Holzpanel oben hat, das vom Dekor her gar nicht zu den Schränken passt, will ich trotzdem gestrichen haben (vielleicht in einem ganz hellen grau). Das ist auch eine Fläche die ich ohne Gewissensbisse meinem Mann anvertrauen kann. Er wird auch für das Sprayen einiger Details herhalten müssen, wie die Heizungsverkleidung und die Tischbeine. Dabei denke ich an Anthrazitfarben.

So ein tolles Moodboard wie bei meinem alten Plan hab ich leider nicht, aber das wäre so meine generelle Farbvorstellung und eine wunderbare Skizze:

Seitdem ich diesen neuen Plan habe geht die Arbeit wieder richtig gut voran. Ich kann versprechen, dass weitere Ausführungen zum „neuen Plan“ jetzt also kontinuierlich folgen werden. Das Schönste an dieser Neuorientierung finde ich, dass ich mein neues Konzept nicht als Kompromiss empfinde, sondern als etwas Neues und Eigenständiges. Meistens bin ich bei meinen gestalterischen Ideen, wenn ich sie mal habe immer eher festgefahren und dann tu ich mir schwer im Nachhinein etwas Grundlegendes zu ändern. Diesmal ist alles anders. Ein Schritt in der Entwicklung zum besseren Designer? Ein Zeichen von Reife? Zufall? Keine Ahnung – Hauptsache ich bin glücklich damit!


W(ohnwagen)-Log

November, Dezember, Jänner
Die Arbeit liegt (im wahrsten Sinn des Wortes) auf Eis. Es ist winterlich kalt und die Nachwuchspläne durchkreuzen den Plan zu streichen sowieso. Es fühlt sich falsch an mit dem vorhandenen Konzept weiterzuarbeiten.

Dienstag, 28.2.2017
Das neue Konzept steht. Die Gedanken rasen und ich kann stundenlang nicht schlafen deswegen. Ein produktives Zeichen!

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