Babytragen mit der Marsupi

Marsupi-Babytrage: Ein Erfahrungsbericht

Nach der Geburt bin ich ziemlich schnell zu dem Entschluss gekommen, dass ich eine Tragehilfe möchte, weil mir sonst meine Arme früher oder später abfallen. Deswegen habe ich nach einer gesucht, die einfach in der Handhabung ist, natürlich eine gute Sitzposition für das Baby bietet und nicht allzu teuer ist. Nach einiger Recherche habe ich mich für eine Marsupi Breeze (das ist die „Sommerversion“) entschieden und dann eine gebrauchte gekauft. Eine Entscheidung die ich nicht bereut habe.

Am Anfang wars noch ein wenig „schwierig“ (schwierig ist fast schon übertrieben, so kompliziert wars echt nicht) mit den langen Trägern, die einmal um einen rum müssen, um dann an der richtigen Stelle angeklettet zu werden. Zu Beginn hab ich das vor dem Spiegel gemacht, um sicherzugehen, dass der Klettverschluss richtig sitzt, aber das hat man wirklich schnell herausgefunden wies „ohne schauen“ geht.

Babyboy hat das Getragenwerden sehr gefallen. Bis auf eine Phase in der er nur nach vorne blickend oder im „Flieger“ getragen werden wollte. Wenn man ihn zum Körper gedreht genommen hat, hat’s immer Protest gegeben. Nach einem Monat oder so hat es aber wieder gepasst. Ich denke, dass er dann gecheckt hat, dass man auch was sieht wenn man den Kopf zur Seite dreht. Jaja, man hats nicht leicht als Baby… und als Mama oder Papa 😉

Die Marsupi in der Praxis

Känguruhbaby :)
In der Praxis kleben bei uns die Klettverschlussteile nicht immer perfekt gerade aufeinander. Solang die empfohlenen 12cm Überlappung eingehalten werden ist das aber kein Problem.
Blick von der Seite.
Wenn das Baby noch recht klein ist, sind die Ärmchen unter den Trägern, wenn es dann größer ist, können sie auch außen getragen werden. Das Marsupi-Logo auf dem Träger ist im Übrigen auch ein guter Platz um eine Schnullerkette anzuclipsen oder eine Windel durchzustecken.
So siehts von hinten aus
Wenn man die Trage in der richtigen Höhe anbringt zwickt nichts. Auch wenn’s eventuell minimal schief angelegt ist, wie hier zu sehen.

Vor- und Nachteile der Marsupi

Meiner Meinung (bzw. auch der meines Mannes) sind das die Pros und Cons dieser Babytrage.

Vorteile:

  • Einfach einfach
    Bändchen, Schnallen, Firlefanz – das alles hat die Marsupi nicht. Würde ich sie beschreiben müssen, würde ich sagen: Stoff und drei Klettverschlüsse. Mir sagt das schnallenlose System zu, weil man bei jedem Anlegen die Trage quasi „on the go“ einstellt. Man muss nichts extra umstellen, wenn der Partner die Trage vorher benutzt hat, oder wenn man mal einen dickeren Pullover anhat.
  • Dünn
    Die Marsupi kommt wenig gepolstert daher (Zumindest die „Breeze“-Version, die andere kenne ich nicht). Also ich glaube, es ist eine dünne Wattierung drinnen, aber jedenfalls kein zentimeterdicker Schaumstoff. Grade im Sommer, wenn es heiß ist, ist das sicher kein Nachteil. Man wärmt sich ja so schon gegenseitig, wenn man Bauch an Bauch ist. Wenn es kühler war, hab ich die große Fleeceweste, die ich auch im letzten Drittel der Schwangerschaft angehabt habe, drüberangezogen. Das geht super, weil die Träger flach am Körper anliegen.
  • Kleines Packmaß
    Durch die einfache und dünne Ausführung ergibt sich ein weiterer Vorteil: Das Packmaß ist klein. Optimal um die Trage überall hin mitzunehmen, wo man sie eventuell brauchen könnte. Nimmt in der Wickeltasche nicht viel Platz weg und macht Gewichtsmäßig kaum einen Unterschied. Das Stoffsackerl mit Kordelzug haben wir aber eher selten genutzt, sondern das Ding gleich so reingestopft.
  • Ab Geburt geeignet
    Es gibt nicht viele Tragen (die ich kenne), die ab Geburt benutzt werden können, ohne dass ein zusätzlicher Einsatz gebraucht wird. Mit einem „Bändiger“, das ist so eine Stoffschlaufe, kann man den Steg wenn notwendig verkleinern.
  • Gut waschbar
    Waschen kann man sicher die meisten Tragen, aber bei dieser hat man wenig Angst was falsch zu machen – also dass sich ein Schaumstoffteil in der Waschmaschine verbiegen könnte oder so. Außerdem trocknet sie schnell.

Nachteile:

  • Größen
    Die Marsupi gibt es in den Größen S/M, L und XL. Welche man braucht hängt von der Statur des Trägers ab. Wenn der Partner auch tragen will und man aber eine komplett unterschiedliche Statur hätte, dann bräuchte man zwei unterschiedliche Versionen.
  • Rückentrageposition
    Interessanterweise wird die Rückentrageposition auf der Marsupi-Website gar nicht beworben – aber es geht: Man kann damit auch auf dem Rücken tragen. Begeistert bin ich davon jedoch nicht wirklich. Das Anlegen ist umständlich und die gekreuzten Träger sind immer in einer Position in der sie mich würgen, bzw. meinen Busen einquetschen. Wie das ungefähr aussieht (ich erspar uns mein Bild) kann man hier ganz gut sehen.
  • (Klettverschluss)
    Diesen Punkt setze ich in Klammer, weil er für mich eigentlich kein wirklicher Nachteil (mehr) ist. Wenn man das schlafende Baby ablegen möchte, kommt man einfach nicht herum den Klettverschluss mehr oder minder geräuschvoll öffnen zu müssen. Man kann es ganz langsam und leise tun, aber wenn ein Kind empfindlich drauf reagiert, hat man ein Problem. Bei uns haben Klettverschlussgeräusche (auch die der Wickeltasche) wie ein Wecker gewirkt, aber mittlerweile sind ihm die egal geworden.

Einen Punkt den ich gerade noch überlege ob er ein Nachteil ist, ist die Nutzungsdauer. Laut Hersteller kann man die Marsupi bis etwa 15kg verwenden. Das finde ich fast ein wenig zu optimistisch. Mit fast 10kg und gut 73cm ist unser Kind eher auf der Seite der Großen und Schweren für seine 6 Monate. Für lange Spaziergänge wird die Marsupi schon eher unbequem, vor allem weil man nicht wirklich am Rücken tragen kann. Auch die Stegbreite ist für Babyboys Körpergröße eigentlich schon zu gering (auf dem Foto oben kann man ganz gut erkennen, dass der Stoff nicht mehr von Kniekehle zu Kniekehle reicht). Aber zu sagen, dass die Verwendbarkeit zu kurz ist, wäre ungerecht. Es ist ja nicht jedes Kind so ein Riese. Wir haben uns aber kürzlich noch eine andere Trage angeschafft. Ein Post dazu wird folgen.

Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn man nach einer geeigneten Trage/-methode sucht findet man auf der Seite www.tragehilfenvergleich.de viele nützliche Informationen.

Und wie schaut’s bei euch aus? Habt ihr eine Lieblingstrage, oder steht ihr mehr auf ein Tragetuch? Oder verzichtet ihr aus irgendeinem Grund überhaupt auf’s Tragen?

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2 comments

  1. Schatz, du hast vergessen den oberen Teil, der den Kopf zuhält zu beschreiben. Der Teil ist auch sehr hilfreich, wenn das Baby noch sehr klein ist und der Hals noch nicht das Gewicht von Kopf halten kann.

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