Baby an Bord: Das dritte Drittel

In der 39. Schwangerschaftswoche ist es glaub ich schon legitim, dass man über das dritte Trimester resümiert, denn wer weiß, wie viel Zeit noch bleibt. Mit jedem Tag wird das Kommen unseres neuen Familienmitgliedes konkreter, wenn der Gedanke zwei Kinder zu haben auch trotzdem noch ungewohnt erscheint. Seitdem wir das Babygewand im Kinderzimmer eingeräumt haben ist es für den kleinen Chef auch greifbarer geworden, das ein Geschwisterchen kommt. Kinderwagen-Tragewanne und Babybettchen wurden von ihm auch schon begeistert probegelegen und alles was ihm zu klein ist (oder er aus anderen Gründen gerade nicht haben will), ist jetzt automatisch „Für’s Baby!“. 

Kopf. In meinem Kopf dreht sich momentan vieles darum, was ich denn noch vor der Entbindung „schaffen“ werde. Es gäbe noch genug Ideen zum Nähen und für Blogeinträge um ganze Wochen auszufüllen, aber das Maß an Tatendrang übersteigt mein Level an Energie und sicher auch mein Kontingent an verbleibender Zeit. Aber ich finds nicht so schlimm. Die wichtigsten Dinge würd ich schon gern noch schaffen, aber die Vorfreude auf das Baby ist natürlich auch schon groß!

Körper. Angeblich ist mein Bauch ja immer noch relativ klein und viele sind überrascht, dass der Geburtstermin noch dieses Monat sein soll. Mir hingegen kommt er wirklich groß genug vor. Aber dieses Mal hat sich die körperliche Veränderung wirklich hauptsächlich auf Brust und Bauch beschränkt. Die Haut auf meinem Bauch ist schon zum Bersten gespannt, jedoch konnte ich überraschenderweise noch keine Schwangerschaftsstreifen entdecken, die es nicht schon vorher gab. Muss also von der ersten Schwangerschaft gut vorgedehnt sein, da ich dieses Mal überhaupt nicht eingecremt oder geölt habe. Mein Bauchnabel, der im Normalzustand relativ tief liegt (er hat sogar den Beinamen „infinity hole“ bekommen) ist jetzt so flach, dass der Sohnemann sogar meint Mama’s „Loch“ ist „weg“. Was ich in dieser Schwangerschaft auch nicht habe ist eine Linea Nigra.

Meine Bewegungseinschränkungen á la schmerzender Schambeinfuge und Beckenverknacksungen haben sich wieder ganz gut gegeben. Nicht dass sie ganz weg wären, aber ich fühle mich nicht arg eingeschränkt deswegen. Seit ein paar Tagen ist dafür mein linker Fuß wieder von Wassereinlagerungen betroffen. Interessanterweise eben nur der eine. Ich versuche jetzt öfter Stützstrümpfe zu tragen, aber angesichts der hohen Temperaturen macht das wenig Spaß. Sicherheitshalber hab ich jetzt auch meine Ringe abgelegt, falls meine Finger spontan recht dick werden sollten. Das hatte ich in der ersten Schwangerschaft übersehen und es war kein Spaß, die dann runterzukriegen.

Mein Heißhunger auf Süßes ist auch wieder etwas abgeflaut. Vielleicht weil ich, wenn es so heiß ist, sowieso fast jeden Tag Eis esse, aber es ist weit nicht mehr so unkontrolliert wie im ersten Drittel. Gewichtszunahme laut Stand am Freitag: + 16 kg. Find ich okay. Ist ja nicht so, dass ich mich vorbildlich ernährt oder mich sportlich betätigt hätte.

Baby. Die erste Untersuchung im Krankenhaus am Freitag hat ein „wunderschönes“ CTG hervorgebracht und beim Ultraschall war auch alles gut. Das Baby ist offensichtlich normalgroß, wobei es so lag, dass es nicht genauer vermessen werden konnte. Aber das mit dem gemütlichen Drinnenliegen kenne ich ja jetzt schon zur Genüge. Es hat ja auch lange gedauert, bis wir eine konkrete Aussage zum Geschlecht hatten.

Mir kommt dieser Bauchbewohner um einiges rabiater vor als der erste. Der Sohnemann hat den Bauch zwar auch ordentlich verformt, aber die Tritte habe ich nicht so schmerzhaft in Erinnerung. Aber vielleicht hab ich das auch bloß schon wieder vergessen. Die aktivste Zeit ist immer dann, wenn ich viel zu spät ins Bett gehe und versuche möglichst schnell einzuschlafen – eh klar, oder?

Nestbau. Der Nestbautrieb hat jetzt doch noch ein wenig zugeschlagen. Wie schon geschrieben, ist die Kliniktasche gepackt und die zuhause notwendigen Vorbereitungen getroffen. Die Gitterbett-Stubenwagen-Kombi ist bis auf den Stoffhimmel fertig. Da scheitert es gerade an materialtechnischen Details des Gestänges, aber darauf kann man im Notfall verzichten.

In meinem Amazon-Warenkorb liegen schon seit einigen Tagen Stoffwindeln und ich kann mich noch nicht zum endgültigen Kauf durchringen. Ich hab viel zum Thema gelesen (vor allem auf windelwissen.de – eine tolle Informationsquelle), und bin motiviert es mal auszuprobieren, aber eben das letzte Prozent der Kaufkraft fehlt noch. Neu eingezogen ist gestern übrigens auch ein kleiner Wickeltisch im Badezimmer. Beim ganzen Lesen über das Wickeln ist mir nämlich der Gedanke gekommen, dass ich weder Fan bin des nächtens im Kinderzimmer beim Sohnemann zu wickeln, der zeitweilig sehr leicht aufwacht. Oder im Schlafzimmer, wo es auch nur am Bett ginge und auch mein Mann schläft, der ebenfalls nicht gerade mit tiefem Schlaf gesegnet ist. Daher der Wickeltisch im Bad, der dort kaum Platz hat. Auf Dauer wird sich zeigen, ob Bewegungsfreiheit oder das Bedürfnis nach einer bequemen Wickelmöglichkeit die Oberhand gewinnt. Da mich der gebrauchte IKEA Sniglar-Wickeltisch samt Auflage und Zubehör (Windeleimer zum Draufstecken und so) zusammen nur 8 Euro gekostet hat, wäre es aber auch nicht dramatisch wenn der Platzmangel gewinnt.

Ausblick. Ich hoffe, die letzten paar Wochen oder Tage noch gemütlich zu überstehen. Maßgeblich dafür ist sicher ein nicht zu heißes Wetter, was ich mir aber nicht aussuchen kann. Ich werde auch versuchen noch einen Gang runterzuschalten, das schadet nie. Und für die Geburt wünsch ich mir einfach, dass alles problemlos läuft – was auch sonst ;).

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