Auf der Suche nach dem ultimativen Buggy

Als der Junior fünf Monate war haben wir unsere erste Flugreise nach Litauen unternommen um die Großeltern väterlicherseits mit dem Besuch ihres Enkels zu beglücken. Wir mögen unseren Kinderwagen zwar sehr gerne, aber für den Transport im Flieger ist er aufgrund seiner Schwere weniger geeignet. Deswegen musste ein Buggy her. Wir waren mit dem Kauf ganz zufrieden, jedoch gab es einige Punkte, die ich beim Kauf nicht bedacht hatte. Vor kurzem hab ich uns einen anderen Buggy zugelegt… und dann noch einen anderen. Tja, manche halten mich deswegen für ich bisschen plemplem, aber jetzt hab ich ihn gefunden, meinen perfekten Buggy. Hier ein paar Anregungen zum Kauf.

Ausgangslage

Natürlich sollt ihr mal wissen, wonach ich gesucht habe und was ich schlussendlich vergleiche. Wir haben also einen Buggy gesucht, der leicht genug ist, um die Vorraussetzungen zu erfüllen, dass er bei Flugreisen als Handgepäck bis zum Flugzeug mitgenommen werden darf – in unserem Fall ≤10 kg. (die Bestimmungen dafür variieren je nach Fluglinie/Flughafen). Wichtig war mir, dass die Rückenlehne zum Schlafen zumindest beinahe flach gestellt werden kann und dass das Sonnendach groß ist. Darüber hinaus sollte er natürlich vernünftig aussehen und gute Fahreigenschaften besitzen. Persönlich bin ich eher der Anhänger der traditionell-aussehenden Buggys mit vier Rädern.

Entscheidung und Vergleichsmaterial

Ich habe damals im Neupreissegment bis ca. 150€ gesucht und schließlich einen Koelstra Simba gebraucht gekauft und 30€ dafür ausgegeben (Neupreis lag in etwa bei 130€). Würde ich den Wagen bewerten müssen würde ich im 4 von 5 Sternen geben. Es ist ein sehr brauchbarer Wagen was das Preis-Leistungsverhältnis angeht – was mich jedoch am meisten störte waren die Fahreigenschaften bei „Beladung“. Mehr dazu noch weiter unten. Aufgrund dieser Einschränkung hab ich meine Fühler immer nach bauart-ähnlichen, aber besser ausgeführten Buggys ausgestreckt.

Vor einiger Zeit ist mir im Secondhand-Laden ein Cybex Topaz um günstige 40€ untergekommen (Neupreis wäre in etwa 200€). Der moderate Preis war vor allem auf die mangelnde Sauberkeit der Bezüge zurückzuführen, aber da der Allgemeinzustand recht gut war und die Neugier eines Vergleichs groß, hab ich’s einfach riskiert und mal geschaut, was ich mit Gallseife und der Waschmaschine ausrichten kann. Naja, sagen wir so: Neu ist er natürlich nicht geworden, aber durchaus sauber genug um ihn ohne Bedenken benutzen zu können.

Was ich bemerken muss: Den Unterscheid im Anschaffungspreis merkt man beim Hingreifen. Ich hätte den Koelstra-Buggy nie als wackelig bezeichnet, aber der Cybex kommt einem einfach noch stabiler vor. Die Materialen sind noch griffiger und „schwerer ausgeführt“ und die Funktionen noch ausgeklügelter, wobei die bei beiden Buggys im Endeffekt genau das gleiche „können“ (Liegeposition, Art des Zusammenklappens,…). Der Preisunterschied ist also bemerkbar und das finde ich auch fair.

Also, wie komme ich jetzt zu Buggy Nummer 3? Was mich beim Cybex Topaz noch immer sehr gestört hat, war das Anstoßen mit den Füßen beim schnelleren Gehen und auch die Wendigkeit war noch immer nicht ganz so, wie ich sie mir vorgestellt hätte. Ich hab dann einfach mal geschaut, ob Cybex auch Buggys im Programm hat, die hinten keine Doppelreifen haben und bin auf den Cybex Callisto gestoßen.

Im Prinzip ziemlich ähnlich zum Topaz, allerdings eben mit weniger Reifen und dafür mit einem durchgängigen Schiebegriff. Ich hab wiedermal Secondhand gekauft und diesmal auch ein wenig mehr Geld in die Hand genommen. Für einen Wagen der wie neu war hab ich 155€ ausgegeben. Da ist aber auch ein Kinderwagenaufsatz dabeigewesen (Neupreis gesamt schätzungsweise irgendwo bei >300€). Den hätte ich zwar nicht gebraucht, aber meine Güte, es kommt ja noch ein Kind 😉 Und was soll ich sagen… meine Gebete wurden erhört!

Er ist noch wendiger als ich mir träumen lassen habe und lässt sich so leicht schieben… auch mit einer Hand. Eine unserer ersten Ausfahrten führten uns nach Wien und auch dort hat er sich mit unzähligen Gehsteigkanten und allerlei verschiedenem Terrain bei 14 Kilo Kindsgewicht und einer schweren Wickeltasche am Griff bestens bewährt und auch durch den Wald auf einem Trampelpfad und über die Wiese macht er mit. Mal abgesehen von der „Taste“ mit der man die vorderen Räder feststellen kann, ist das mein perfekter Buggy. Wo er ja auch so schön ist, in der Denim-Ausführung designt von Lala Berlin.

Der Schmutz an den Rädern zeigt, dass ich ausgiebig getestet habe – nicht, dass ich zu faul zum Putzen war…

Das Ding mit der „Taste“ ist, dass sie superleicht zu bedienen ist, unzwar auch von einem größeren Mitfahrer, der seine langen Beine unabsichtlich drauf abstellt und damit ein Rad arretiert. Tja, aber meine Suche hat nun offiziell ein Ende. Einen vierten Buggykauf hätte ich meinem Mann auch wohl nicht einreden können (auch wenn ich die anderen natürlich wieder verkaufe).

Überlegungen zum Kauf

Ich möchte hier keine detaillierten Rezensionen oder Vergleiche aufstellen, da meine Buggys durch Gebrauchtkauf schon ältere Jahrgänge sind und sich sicher auch manches Modell etwas geändert hat (wobei es sich die Änderungen wahrscheinlich hauptsächlich im optischen Bereich bewegen, nehme ich an). Die folgenden Punkte sind also eher als generelle Anregung bei einer Buggyneuanschaffung zu sehen. Quasi das, was ich mir selber empfohlen hätte, hätte ich mein Zukunfts-Ich befragen können.

  • Einsatzgebiet 
    Wofür man den Buggy verwenden will, kann die Auswahl des Modells maßgeblich beeinflussen. Der Satz hört sich so übertrieben an, aber man sollte wirklich einige Überlegungen anstellen. Wie geländegängig soll er sein? Muss ich ihn mit einer Hand zusammenklappen können, weil ich das Baby in der anderen Hand halten muss? Will ich ihn regelmäßig benutzen oder bin ich sonst eh immer mit dem Kinderwagen unterwegs, etc. Da wir vorrangig einen Urlaubsbuggy für Flugreisen gesucht haben, sollte er leicht sein und klein zusammenklappbar, damit er auch in ein winziges Mietauto passt. Ich habe keine Erfahrung mit dreirädrigen Gefährten – ich denke in Sachen Wendigkeit sind sie den 4-Rädlern einiges voraus – aber gerade im Ausland sind Gehsteig- oder Zug/Bus-Bahnsteig-Kanten oft viel höher als bei uns und ich habe immer noch Bedenken wegen des Kippens, wenn man versucht so ein Hindernis vollbepackt zu überwinden. Aber ich lasse mich gerne belehren, wenn jemand andere Erfahrungen hat. Praktisch ist es auch, wenn sich der Buggy einhändig schieben lässt, ohne dass man einen Nervenzusammenbruch erleidet, wenn man mit der anderen Hand zB einen Koffer nachzieht. Außerdem sollte er nicht zu teuer sein, weil es ärgerlich wäre, wenn er durch unpflegsame Behandlung während des Fluges kaputt gehen würde (Eine Transporttasche oder notfalls auch großer Müllsack ist empfehlenswert).
Unterwegs mit dem Cybex Topaz
  • Lenken mit „Lebendmasse“
    Bevor ich meinen ersten Buggykauf abgeschlossen habe, habe ich ihn hin- und hergeschoben und gedreht und war zufrieden. Dass der Wohnungsboden der Verkäuferin nicht unbedingt Kopfsteinpflaster simuliert war mir bewusst, aber ein Fehler den ich machte, war überhaupt nur den leeren Buggy zu testen. Kommen dann noch 8, 9, 10…15 Kilogramm Kind dazu und Beladung durch Wickeltasche, Einkäufe, etc. dann kann das Bild ganz anders aussehen.

 

Bei voller Manövrierbarkeit kann man auch mal durch den Skatepark cruisen ;).
  • Schieben und Schrittlänge
    Was man in einer Kaufsituation auch geneigt ist, schlecht zu testen, ist das Schieben bei „full speed“. Weil man beim schnellen Gehen größere Schritte macht stößt man viel leichter an die Räder oder wie beim Koelstra-Wagen an die Feststellbremse. Grundsätzlich passiert nichts, aber wenn man dann zum zehnten Mal anstößt beginnt es zu nerven. Alternativ muss man die Arme relativ weit nach vorne strecken um zu Schieben, was wenig bequem sein kann.
Riesiges Sonnenverdeck beim Cybex Topaz
  • Sonnenverdeck
    Ordentlicher Sonnenschutz ist wichtig und macht einem das Leben leichter. Ich war immer begeistert vom großen Sonnendach des Koelstra Simbas, aber das Verdeck vom Cybex Topaz bzw. Callisto ist überwältigend. Es ist nämlich nicht nur riesig groß, sondern lässt sich auch in der Höhe verschieben. Je nach Sonneneinstrahlung kann das sehr hilfreich sein! Adé Assistenz-Stoffwindeln, Decken oder was auch immer für den letzten Spalt herhalten musste.
  • Ausstattung bzw. Ausführung
    Welchen Stil von Kindertransportmitteln bevorzugt ist Geschmacksache. Einfach bedienbare Elemente spielen an der Benutzerfreude aber eine wesentliche Rolle, egal ob spaciger Feuerstuhl oder traditioneller Schirmbuggy. Es gibt einfache Lösungen und es gibt bequemere Lösungen. Je höher der Anschaffungspreis ist, desto besser ausgeführt werden diese wohl sein. Ich meine damit zum Beispiel das leichte Umstellen der Gurtlänge oder die einhändig-sanft-bedienbare Verstellung der Rückenlehne. Jedoch nicht für jeden Anspruch sind solche Details überhaupt wichtig.

Ich hoffe meine Erfahrungen und Ausführungen haben irgendeinem überforderten Buggykäufer da draußen in der weiten Welt des Internets ein bisschen helfen können eine gute Entscheidung zu treffen. Und auch wenn ich jetzt keine weiteren Buggys mehr anschaffen werde, würde es mich interessieren zu lesen, in welchen Modellen ihr euer wertvolles Ladegut herumkutschiert und wie zufrieden ihr damit seid! Lasst meine Kommentarfunktion mal heißlaufen 🙂

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