3 Monate

Großer Bauch versteckt dicke Füße.

Bereits drei Monate sind vorbeigehuscht, die wir mit unserem Sonnenschein verbringen durften. Als ich mich heute nach dem Duschen im Spiegel betrachtet habe, konnte ich jetzt nicht gerade behaupten, dass mir ein „neues Ich“ entgegenblickte, aber immerhin bin ich ganz zufrieden damit, wie sich mein Körper nach der Geburt wieder zurückverändert. Ich war ja unschlüssig was mich erwarten würde. Es scheint, dass man bis zur Geburt eine fast tageweise Dokumentation drüber finden kann, was grad mit deinem Körper los ist, aber sobald die Schwangerschaft vorbei ist, geht’s eigentlich nur mehr um den Nachwuchs. Über den mütterlichen Körper hört man nichts mehr. Hier also mein Status Quo.

Gewicht. Ich habe in der Schwangerschaft mehr als 20 Kilo zugenommen. Genau weiß ich es nicht, weil ich bei 20 Kilo aufgehört habe mich auf die Waage zu stellen. War doch irgendwie furchteinflößend. Als ich vom Krankenhaus nachhause gekommen bin hatte ich schon gut 10 Kilo weniger und mittlerweile bin ich bei +4,5 Kilo über dem Startgewicht bei Schwangerschaftsbeginn. Angesichts der Tatsache wie viel Kuchen und Eis ich in der letzten Zeit verdrückt habe bin ich mehr als zufrieden mit diesem Stand. Wär nur schön, wenn sich die letzten paar Kilo auch so einfach aus dem Staub machen könnten.

Bauch. Ja, sie sind noch da – die Schwangerschaftsstreifen. Ich hätte nichts davon mitbekommen, dass sie heller geworden wären oder sonstwie verschwunden. Ebenso die Linea Nigra, die sich bei mir gut 10-12cm (ich hab’s jetzt nicht mit Lineal gemessen) über dem Bauchnabel abzeichnet. Tja, werd ich wohl noch eine Weile rot-gestreiftes Bauchzebra bleiben. Schwangerschaftsstreifencreme hab ich übrigens sporadisch benutzt. Grundsätzlich glaub ich aber nicht daran, dass es was hilft. Da ich kein wahnsinns Bindegewebe habe, hab ich immer damit gerechnet das die Streifen irgendwann auftauchen. Sicher wäre es schön, wenn sie gar nicht da wären, aber ich mach mir nicht viel draus – eine tolle Bikinifigur hatte ich sowieso noch nie.

Brust. In der Schwangerschaft war mein Busen das erste das gleich mal ordentlich an Volumen zugelegt hat. Mittlerweile hab ich mich aber so daran gewöhnt, dass es mir nur mehr auffällt, wenn ich ein Oberteil anziehen will und dann draufkomme, dass es obenrum doch eeeetwas eng ist.

Figur. Im Wesentlichen ist meine Figur in etwa so wie vor der Schwangerschaft. Es ist halt rundherum immer noch ein wenig mehr dran, was dazu führt, dass ich in die kurzen Hosen, die letztes Jahr nach einer arbeitsbedingten Süßigkeitenphase schon recht knapp waren, noch immer nicht zugehen. Das frustriert, aber ich kaufe jetzt sicher keine neuen. Es ist nicht lustig in langen oder wenig schönen kurzen Hosen rumzulaufen wenn es draußen tropische Temperaturen hat, aber es spornt mich an, nicht unbemerkt auf den letzten Kilos sitzenbleiben zu wollen.

Hände und Füße. Das Wasser, dass ich in den letzten Wochen der Schwangerschaft in den Beinen hatte, ist schon nach drei, vier Tagen weggewesen. Mann, war ich froh, wie ich meine Adern unter der Haut wieder sehen konnte! Notiz am Rande: Meine Schuhe kommen mir trotzdem noch immer ein wenig klein vor – anscheinend sind meine Füße eine halbe Größe gewachsen. Mein Ehering passt mit Ach und Krach wieder auf den Finger, aber so richtig bequem fühlt sich das noch nicht an. Ich hoffe auch hier sehr dass die letzten Kilos Veränderung bringen.

Kurz vor der Geburt
Kurz vor der Geburt: Mondgesicht, riesen Bauch und extradicke Beine.

Gesicht. Mein Feuchtigkeitscremeverbrauch ist seit der Geburt extrem gestiegen. Mein Gesicht kommt mir oft wie eine ausgetrocknete Landschaft vor, die jeden Tropfen Regen.. äh, Creme sofort in sich aufsaugt um dann wieder genauso trocken zu sein wie vorher. Das Mondgesicht, das ich am Ende hatte und das ich wirklich nicht ausstehen konnte (ich hab dadurch immer total müde ausgesehen!), ist genausoschnell wie das Wasser in den Beinen verschwunden.

Fitness. In diesen ersten drei Monaten hab ich schon deutlich gespürt wie ausgeleiert der Körper nach der Schwangerschaft war. Vor allem der Rücken fühlte sich schnell kraftlos an. Ich hab mir auch mal ordentlich das Becken verknackst, worauf ich bei längerem Gehen immer das Gefühl hatte mein linkes Bein wäre länger. Und wenn ich aus einem Polstermöbel aufgestanden bin hats mich an der Schambeinfuge gedrückt. Einige Termine bei der Physiotherapie haben mein Becken wieder einigermaßen gerade gerichtet, aber auch hier dauert die Rückbildung der überdehnten Muskeln und Sehnen immer noch an. Zumindest ist mir jetzt bewusst, dass das Becken Gelenke hat – darüber hab ich mir vorher wirklich nie Gedanken gemacht! 😉

Unten. Das ist sicher das Thema über das am wenigsten gesprochen wird, das mich vorab aber mitunter am meisten beschäftigt hat. Immerhin presst man da einen ganzen kleinen Menschen durch. Da könnte ja sonstwas kaputt gehen. Aber ich kann Entwarnung geben. Obwohl unser Baby lang, schwer und Sternengucker war hatte ich keine Geburtsverletzungen. Klar, ist in der Zone da unten am Tag nach der Geburt noch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber die Regeneration war enorm schnell. Ich kann auch keine qualitätiven Verluste bemängeln.

Das waren so die Punkte, die mir nach drei Monaten ein- und auffallen. Angeblich dauert es rund neun Monate bis wieder alles so ist wie es vorher war. Mein Plan ist in weiteren drei und sechs Monaten wieder zu analysieren und zusammenzufassen. Auch wenn es jeder ein wenig anders erleben wird, hoffe ich doch, dass es hilft sich eine halbwegs realistische Vorstellung bilden zu können. Eigene Erfahrungsberichte sind übrigens gerne erwünscht!

About

Kommentare